Was geschah am 20.01. im Jahr ...

1946

Die amerikanische Militärregierung schließt ihr Tempelhofer Bezirksbüro (Bezirkskommandantur).

Auf einer Funktionärkonferenz der Berliner SPD im Admiralspalast am Bahnhof Friedrichstraße berichtet Max Fechner als zweiter Vorsitzender des Zentralausschusses der SPD über eine Entschließung dieses Ausschusses vom 15. Januar 1946. Darin wird auf Absprachen mit der KPD verwiesen, die eine vorzeitige Verschmelzung der beiden Parteien in den Bezirken, Provinzen, Ländern oder Zonen nicht vorsehen. Nur ein gemeinsamer "Reichsparteitag" könne über die Schaffung einer Einheitspartei entscheiden. SPD und KPD würden bei möglichen Wahlen eigene Listen aufstellen, sich jedoch nicht gegenseitig bekämpfen.
Die Konferenzteilnehmer bejahen zwar grundsätzlich die Bildung einer Einheitspartei, verlangen jedoch die Feststellung des Stärkeverhältnisses der beiden Parteien durch vorherige Wahlen. Gegen die Schaffung eines "Einheits-Abzeichens" erhebt sich lebhafter Widerspruch. Der Zentralausschuß appelliert an die unteren Parteiorgane, keine Beschlüsse zu fassen, die den getroffenen Vereinbarungen der beiden Parteivorstände zuwiderlaufen.

In den Bezirken Spandau, Prenzlauer Berg und Friedrichshain finden Wahlen zur Delegiertenkonferenz des Berliner FDGB und für die Bezirksausschüsse des FDGB statt.

Premiere von Gerhart Hauptmanns Lustspiel "Kollege Crampton" im Deutschen Theater. Regie führt Rudolf Hammacher. In den Hauptrollen spielen Paul Wegener und Eduard v. Winterstein.

1947

Der Magistrat beschließt die Errichtung eines Beirates für die Städtische Brennstoffversorgung, der bei der Planung der Brennstoffversorgung für die Berliner Industrie und die Bevölkerung beratend mitwirken soll.
Der Schuldendienst für die vor der Kapitulation aufgenommenen städtischen Schulden wird, entsprechend einer Anordnung der Alliierten Kommandantur, auch für das Jahr 1947 ausgesetzt.
Der Magistrat genehmigt die Satzung der Verwaltungsschule Groß-Berlin sowie ihre Zulassungsbestimmungen und Lehrpläne.

1948

In der ersten Sitzung des Kontrollrates im neuen Jahre protestiert der sowjetische Vertreter, Marschall Sokolowski, gegen die Frankfurter Beschlüsse, die er als Verletzung der Potsdamer Vereinbarungen ansieht. Der amerikanische Vertreter, General Clay, weist diese Auslegung zurück und unterstreicht den rein wirtschaftlichen Charakter der in Frankfurt geplanten Maßnahmen. Die allgemein erwartete Diskussion über eine deutsche Währungsreform auf Viermächtebasis findet in der offiziellen Sitzung nicht statt. Nach der Sitzung treten die Militärgouverneure zu einer kurzen internen Besprechung zusammen.

Die Alliierte Kommandantur versagt mit BK/O (48) 5 dem Zulassungsantrag des Vorbereitenden Komitees für die politische Jugendorganisation "Europa-Jugend" ihre Genehmigung.

Interzonale Studententagung mit dem Thema "Die Einheit der deutschen Kultur". In den Diskussionen, die in verschiedenen Sektoren stattfinden, kann eine Klarstellung weder des Begriffes der kulturellen noch der politischen Einheit erzielt werden.

1949

Der Magistrat des sowjetischen Sektors beauftragt in seiner 9. Sitzung den Leiter der Abteilung für Arbeit, Otto Hemmann (SED), das Arbeitsgericht mit Wirkung vom 28. Januar nach der Inselstr. 12 im Bezirk Mitte zu verlegen und damit ein neues Arbeitsgericht für den sowjetischen Sektor einzurichten.
Die Abteilung für Arbeit des rechtmäßigen Magistrats weist deshalb die Leiter des Arbeits- und Landesarbeitsgerichts an, jeden Vertreter des sowjetischen Sektors, der sich in die Angelegenheiten der Gerichte einmischt, sofort der Polizei zu übergeben.

Da das rechtmäßige Versicherungsaufsichtsamt sich weigerte, Anweisungen der Verwaltung des sowjetischen Sektors Folge zu leisten, überträgt der Magistrat des sowjetischen Sektors die Versicherungsaufsicht für seinen Verwaltungsbereich der eigenen Abteilung für Banken und Versicherungen.

Der Magistrat des sowjetischen Sektors läßt die dem Westberliner Bezirk Reinickendorf gehörenden Kinderheime in Gerode (Thüringen), Kühlungsborn (Mecklenburg) und Borgsdorf (Kreis Niederbarnim) beschlagnahmen.

Die Bezirksverordnetenversammlung von Charlottenburg wählt in der ersten Sitzung der neuen Legislaturperiode Albert Horlitz (SPD) zum Bezirksbürgermeister und Max Ganschow (SPD) zu seinem Stellvertreter (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 2, 6.12. 1946).

Die in den westlichen Sektoren mit DM (West) zu bezahlenden Briefmarken werden mit einem roten diagonalen Überdruck "Berlin" versehen.

Der sogenannte Demokratische Block hält im Neuen Stadthaus in der Parochialstraße im sowjetischen Sektor seine erste öffentliche Sitzung ab, zu der die vier Parteien SED, CDU-Ost, LDP-Ost und SPD-Ost je zwanzig, der FDGB, der Kulturbund, der DFD, die FDJ und die VVN je zehn Delegierte entsandt haben.
Der Leiter der Verwaltung des sowjetischen Sektors, Friedrich Ebert, erklärt vor dieser Versammlung, daß Berlin einen "erheblichen Tempoverlust gegenüber der demokratischen Entwicklung in der sowjetischen Besatzungszone aufzuholen" habe. Er kündigt weiter an, daß das System der Haus- und Blockobleute "erneuert und ausgebaut" werde.
Diese Vertrauensleute, die unmittelbar nach der Kapitulation meist unter kommunistischer Regie ihre Arbeit aufgenommen hatten, waren von den westlichen Militärregierungen für ihre Sektoren bald wieder verboten worden, weil sie sich mehrmals willkürliche Eingriffe in das Privatleben der Bevölkerung zuschulden kommen ließen und überhaupt ihre Funktion dem System der Block- und Zellenleiter während des nationalsozialistischen Regimes nachgeahmt und in keiner Weise demokratisch war (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 1, 2. Aufl., 1.11.1945).

Der amerikanische Stadtkommandant, Oberst Howley, stellt der Stadt Berlin das sogenannte Kronprinzensilber wieder zur Verfügung, das 1945 von den amerikanischen Truppen an der Elbe erbeutet und nach den Vereinigten Staaten gebracht worden war. Das Silber wurde 1905 dem deutschen Kronprinzenpaar zu seiner Hochzeit von den preußischen Städten geschenkt. Nach dem Ende des ersten Weltkrieges verkaufte es der Kronprinz an die Stadt Berlin. Der Wert des Tafelschmuckes wird auf 800 000 Dollar geschätzt.

1950

Angesichts der erneuten Kontrollen und Behinderungen des Warenverkehrs zwischen Berlin und der Bundesrepublik durch die Grenzbehörden der sowjetischen Besatzungszone erklären Beamte der westlichen Militärregierungen in Berlin, daß die Luftbrücke wiedererrichtet wird, falls die Verkehrsbehinderungen zu einer neuen Blockade Westberlins führen sollten.
Mehr als vierzig Fernlastzüge, die sich auf dem Wege von Berlin nach Westdeutschland befanden, werden in Marienborn von den sowjetischen Kontrollbehörden nach Berlin zurückgeschickt. Die Fahrzeuge hatten in der Mehrzahl Hausrat, Möbel und Stückgüter geladen.
Durch erneute, besonders verschärfte Kontrollen kommt es an den Autobahnkontrollpunkten zu Stauungen und Wartezeiten bis zu sechs Stunden.

Der Deutsche Bundestag beschließt gegen die Stimmen der Kommunisten und der Bayernpartei sowie bei Stimmenthaltung der CSU-Abgeordneten, ab 1. Februar 1950 die "Dienststelle Berlin des Deutschen Patentamtes" zu errichten. Damit ist zum ersten Male die Errichtung einer Bundesdienststelle in Berlin beschlossen.

Die Hauptverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen des Vereinigten Wirtschaftsgebietes verfügt, daß die von der Abteilung Post- und Fernmeldewesen des Magistrats von Groß-Berlin herausgegebenen Postwertzeichen von sofort an auch im gesamten Bundesgebiet Gültigkeit haben.

Auf seiner 61. (Außerordentlichen) Sitzung billigt der Magistrat den Entwurf des Kreditvertrages mit der Bundesrepublik über einen Kassenkredit von 77 Millionen DM.

Der Rat der Bezirksbürgermeister nimmt auf seiner 21. Sitzung zustimmend Kenntnis von der Absicht des Magistrats, die Preisämter in den Bezirken aufzulösen.

Eine Fachmesse der Berliner Lederwarenindustrie wird im Rathaus Schöneberg eröffnet. Die von über 30 Ausstellern beschickte Messe soll ein Ersatz für die frühere ständige Musterschau des Lederwarenhandels in der Ritterstraße im Bezirk Kreuzberg sein.

Berliner Erstaufführung des Beethoven-Films "Eroica" unter dem Protektorat von Oberbürgermeister Professor Reuter im Marmorhaus am Kurfürstendamm.

1951

Der Beirat für den Bau des Luftbrückendenkmals beschließt nach Einspruch des' amerikanischen Flughafenkommandanten, Oberst Barr, das Denkmal nicht im Ehrenhof des Flughafens Tempelhof, sondern auf dem davor gelegenen Platz der Luftbrücke aufzustellen (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 3, S. 705 f., 29.6.1950, Nr. 74 e).

Das Erwachsenenbildungswerk "Arbeit und Leben" des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Berliner Volkshochschulen wird mit einer Feierstunde in der Aula einer Neuköllner Schule eröffnet (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 3, S. 811, 1.11.1950, Nr. 1). In ihren Begrüßungsansprachen betonen der Leiter der Abteilung Volksbildung des geschäftsführenden Magistrats, Stadtrat May, der Vorsitzende des Landesbezirks Berlin des DGB, Ernst Scharnowski, und der Leiter des Amtes Volkshochschulen beim Magistrat, Dr. Jean Hartmann, den Wert und die Bedeutung der Erwachsenenbildung für die Gewerkschaften.

1951

3. Jahreskongreß der Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft im Admiralspalast unter dem Motto "Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen" (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 3, S. 319, 1./4.7.1949, Nr. 8).
Der Präsident der Gesellschaft und Ost-Berliner Oberbürgermeister Ebert verweist auf die Ideen Lenins und Stalins als Ausgangspunkt für die weitere Arbeit der Gesellschaft und sieht in einer "tätigen deutsch-sowjetischen Freundschaft" die einzige Garantie für eine friedliche Zukunft.
Der Kongreß erläßt ein Manifest an das deutsche Volk, richtet ein Telegramm an Stalin mit Treuebekenntnissen "zum großen Sowjetvolk", wählt Wilhelm Pieck zum Ehrenpräsidenten und Friedrich Ebert erneut zum Präsidenten. Zu Vizepräsidenten werden der Schriftsteller Willi Bredel, der Präsident der Länderkammer der SBZ, Dr. Reinhold Lobedanz, und der Dreher und Nationalpreisträger Erich Wirth gewählt.

1953

Der Regierende Bürgermeister Professor Reuter empfängt den in Berlin weilenden früheren französischen Stadtkommandanten, General Jean Garneval (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 3, S. 790, 5.10.1950, Nr. 17 d).

Die Leitung der BVG (Ost) beharrt in einem Schreiben an die Direktion der BVG (West) auf dem Einsatz weiblicher Fahrzeugführer im Straßenbahnverkehr mit den Westsektoren. Damit entfallen die Voraussetzungen zur Wiederaufnahme des durchgehenden Straßenbahnverkehrs über die Sektorengrenzen. Dieser Verkehrseinschnitt hatte zu erheblichen Fahrplan- und Linienänderungen in beiden Teilen der Stadt geführt.

1954

Nach Rückführung ihrer während des Zweiten Weltkrieges nach Celle verlagerten Bestände wird in Anwesenheit von Volksbildungssenator Professor Tiburtius die Berliner Kunstbibliothek wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ihr neues Domizil findet sie im früheren Landwehrkasino in der Jebenstraße am Bahnhof Zoo.

Die bereits am 18. und 19. Januar zu Konferenzen zusammengetretenen Sachverständigen der vier Besatzungsmächte einigen sich über alle technischen Fragen - Sicherheit der Tagungsstätten, Nachrichtenübermittlung, Presseinformation u. a. - der Außenministerkonferenz.

1955

Der DDR-Ministerrat billigt die Verlautbarung der Sowjetregierung zur Deutschlandfrage und erklärt sich bereit, sofort Verhandlungen mit der Bundesregierung zur Ausarbeitung eines gesamtdeutschen Wahlgesetzes aufzunehmen. Dabei unterstreicht er "ausdrücklich" sein Einverständnis mit dem Vorschlag einer "internationalen Aufsicht bei der Durchführung solcher Wahlen". Im übrigen weist er die "Behauptung", daß eine Verständigung über die endgültige Gestaltung eines wiedervereinigten Deutschland unmöglich sei, als unrichtig zurück, da die künftige Staatsordnung vom deutschen Volk in voller Freiheit selbst bestimmt werden müsse.

1956

Von unbekannten Tätern wird Kreuzbergs Bezirksbürgermeister Kressmann ein Postpaket zugeschickt, das Sprengstoff enthält. Durch häufige anonyme Telefonanrufe und Drohbriefe gewarnt, läßt Kressmann, der grundsätzlich alle verdächtigen Sendungen prüfen läßt, auch dieses Paket von der Polizei öffnen, die ein mit Sprengstoff gefülltes Reagenzglas, das mit einem Zünder und einer Taschenlampenbatterie verbunden war, findet.

1957

Zum 38. Jahrestag der Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs veranstaltet die SED wieder eine "Kampfdemonstration" zur Sozialisten-Gedenkstätte in Friedrichsfelde, an der eine starke Delegation der NVA, eine Abordnung der sowjetischen Armee unter Führung des stellv. Stadtkommandanten, Oberst Kozjuba, und etwa 15 000 mit Karabinern und Maschinenpistolen bewaffnete Angehörige der Betriebskampfgruppen teilnehmen.
SED-Politbüromitglied Matern beschuldigt in seiner Rede den deutschen Militarismus des Strebens nach Übernahme der Führung in der NATO und der Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen, um zur Eroberung östlicher Gebiete und zur "Befreiung der Ostzone" anzutreten. Mit ihm könne es daher keine Wiedervereinigung geben, vielmehr müsse im Kampf gegen diesen "Hauptfeind" des Volkes die Verständigung der Deutschen aus Ost und West treten, um ein friedliebendes, demokratisches Deutschland zu schaffen. Die entscheidende Aufgabe bleibe die Bildung einer einheitlichen Kampffront der Arbeiterorganisationen gegen den Militarismus.

1958

Bundeskanzler Dr. Adenauer versichert in seiner Antwort auf die letzte Botschaft des sowjetischen Ministerpräsidenten Bulganin, daß auch die Bundesregierung den ernsthaften Wunsch habe, alles zu unternehmen, um einer weiteren Verschärfung der internationalen Lage vorzubeugen und die Entwicklung der Beziehungen der Staaten untereinander in eine der Festigung des Friedens dienende Richtung zu wenden. Dies könne nicht anders und besser geschehen als dadurch, sich in aller Offenheit auszusprechen, um das weithin die Beziehungen von Völkern und Staaten belastende, gefährliche und zerstörerische Mißtrauen zu beseitigen und eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen, die allein die Grundlage einer dauerhaften und dem Frieden in der Welt dienenden Verständigung bildeten.
Um so mehr bedauert der Kanzler, daß Bulganin noch immer schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung und die mit ihr verbündeten Regierungen erhebt, die völlig unbegründet wären. Da er sie schon früher im einzelnen zurückgewiesen habe, wolle er sich nun nur darauf beschränken festzustellen: diese objektiv unrichtigen Behauptungen und ihre ständige Wiederholung machten es der Bundesregierung sehr schwer, die gewünschten gutnachbarlichen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion herzustellen.
Die größte Enttäuschung aber für ihn bedeute die Tatsache, daß sich die Sowjetunion der Verwirklichung eines auch von ihr anerkannten Zieles und der Einlösung einer auch von ihr noch auf der Genfer Gipfelkonferenz im Sommer 1955 anerkannten Verpflichtung entgegenstellt. Er, Adenauer, empfinde diese Enttäuschung besonders stark nach Bulganins letztem Brief. Denn der von ihm vorgeschlagene Weg zur Lösung der gesamtnationalen Aufgabe des deutschen Volkes über eine Föderation wäre ungangbar. Die Herstellung der nationalen Einheit Deutschlands sei nicht Sache zweier Regierungen, sondern liege vielmehr in der ausschließlichen Zuständigkeit des deutschen Volkes.
Warum bestreite die Sowjetunion das Recht des deutschen Volkes, in nationaler Einheit zu leben ein Recht, das sie mit guten Gründen für ihre Völker in Anspruch nehme und offenbar jedem anderen, außer den Deutschen, einzuräumen gewillt sei? Der Kanzler unterstreicht, daß kein Grund bestehe, die Entscheidung des deutschen Volkes zu fürchten. Es werde all denen, die zu seiner Wiedervereinigung beitragen, Dank wissen und sich in eine friedliche Ordnung der Völker einreihen.

1959

10. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes.
Der Vorsitzende des Bundes - Spitzenorganisation des Schaustellergewerbes in der Bundesrepublik und West-Berlin mit etwa 3000 Betrieben, die in mehr als 40 Fachverbänden und Vereinen zusammengeschlossen sind -, Alfred Fliege und der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Klaus Fuchs, beklagen vor den Delegierten und auf einer öffentlichen Kundgebung in der Kongreßhalle die zunehmende Belastung ihrer Betriebe durch öffentliche Abgaben. Sie wenden sich insbesondere gegen zweckfremde Belastungen wie die Beförderungsteuer und warnen davor, in die neue Gewerbeordnung Bestimmungen aufzunehmen die ihr Gewerbe unerträglich einengen könnten.
Der Vorsitzende des Berliner Verbandes reisender Schausteller und Berufskollegen, Wilhelm Wollenschläger, bedauert, daß Berlin keinen zentralen Vergnügungsplatz sein eigen nennen könne, so wie München mit der "Wiesn" für das Oktoberfest.

1959

Volksbildungssenator Tiburtius bestätigt - entsprechend den Bestimmungen des im November 1958 verabschiedeten Gesetzes über die Pädagogische Hochschule - die von der Dozentenschaft durchgeführte Wahl Prof. Walter Heistermanns zum ersten Rektor der PH.

1959

Volksbildungssenator Tiburtius bestätigt - entsprechend den Bestimmungen des im November 1958 verabschiedeten Gesetzes über die Pädagogische Hochschule - die von der Dozentenschaft durchgeführte Wahl Prof. Walter Heistermanns zum ersten Rektor der PH.

1959

10. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes.
Der Vorsitzende des Bundes - Spitzenorganisation des Schaustellergewerbes in der Bundesrepublik und West-Berlin mit etwa 3000 Betrieben, die in mehr als 40 Fachverbänden und Vereinen zusammengeschlossen sind -, Alfred Fliege und der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Klaus Fuchs, beklagen vor den Delegierten und auf einer öffentlichen Kundgebung in der Kongreßhalle die zunehmende Belastung ihrer Betriebe durch öffentliche Abgaben. Sie wenden sich insbesondere gegen zweckfremde Belastungen wie die Beförderungsteuer und warnen davor, in die neue Gewerbeordnung Bestimmungen aufzunehmen die ihr Gewerbe unerträglich einengen könnten.
Der Vorsitzende des Berliner Verbandes reisender Schausteller und Berufskollegen, Wilhelm Wollenschläger, bedauert, daß Berlin keinen zentralen Vergnügungsplatz sein eigen nennen könne, so wie München mit der "Wiesn" für das Oktoberfest.

1960

Während seines zweitägigen Aufenthaltes in Berlin trifft der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte in Europa, General Eddleman, zu einem Gespräch mit dem Stadtkommandanten General Osborne zusammen und inspiziert amerikanische Kasernen und Depots.

1960

Das DDR-Außenministerium registriert in einer "Erklärung", daß die "herrschenden Kreise in Bonn" in letzter Zeit verstärkt Anstrengungen unternommen hätten, West-Berlin als einen Bestandteil des "Bonner Staates" zu behandeln. Obwohl diese sehr gut wüßten, daß West-Berlin auf dem Territorium der DDR liege und von westlichen Truppen besetzt sei, suchten sie einen sogenannten Rechtsstatus zu erfinden, um die "absurde Behauptung" von der juristischen Zugehörigkeit West-Berlins zum "Westzonen-Staat" zu begründen. Damit jedoch würden die Tatsachen auf den Kopf gestellt. Denn West-Berlin sei zu keinem Zeitpunkt Teil der drei westlichen Besatzungszonen gewesen noch bilde es heute einen Bestandteil des "Westzonen-Staates"
Die Westmächte selbst hätten in zahlreichen Dokumenten zum Ausdruck gebracht und wiederholt bestätigt, daß West-Berlin nicht zur Bundesrepublik gehöre. Im einzelnen nennt das Ministerium dafür

Daneben sei die Bundesregierung in völkerrechtlich verbindlichen Dokumenten gezwungen gewesen, die Nichtzugehörigkeit West-Berlins zur Bundesrepublik anzuerkennen, so im Konsularvertrag mit der Sowjetunion, dessen Geltungsbereich sich nicht auf West-Berlin erstreckt.
Ganz Berlin gehöre zum Gebietsstand der DDR, denn zu keinem Zeitpunkt sei es, eine fünfte Besatzungszone gewesen, was sich eindeutig aus den Vereinbarungen der vier Mächte aus den Jahren 1944 und 1945 über die Besetzung und künftige Behandlung Deutschlands ergebe. Mit Gründung der DDR und durch Erklärungen der sowjetischen Regierung vom 10. Oktober und 11. November 1949 seien die der Sowjetunion auf dem Gebiet ihrer Besatzungszone obliegenden Funktionen auch in Berlin an die Organe der DDR übergegangen. Und sowohl die Erklärung der Sowjetregierung vom 25. März 1954 als auch der Vertrag zwischen der DDR und der Sowjetunion vom 20. September 1955 wie der dazugehörige Briefwechsel gingen von der Zugehörigkeit Berlins zur DDR aus.

Der Regierende Bürgermeister Brandt dankt dem zu einer Tagung in der Stadt weilenden Vorstand der Deutschen Bundesbahn während eines Empfangs im Rathaus Schöneberg für die vielfältige Unterstützung, die die Bundesbahn der West-Berliner Wirtschaft in den vergangenen Jahren hat zuteil werden lassen und für ihr Bemühen, angesichts der schwierigen Situation im gespaltenen Deutschland den Interessen der Menschen hier gerecht zu werden.
Bundesbahnpräsident Oeftering versichert in seiner Erwiderung auf die Begrüßungsworte, daß es die Bundesbahn stets als selbstverständlich betrachtet habe, große Aufträge nach Berlin zu vergeben. Auch hoffe er, daß sich diese Auftragsvergabe künftig noch vergrößern lasse, zumal die Bundesbahn mit der Realisierung umfangreicher Elektrifizierungsprojekte begann.

Auf einer Sitzung des Parlamentsausschusses für Gesamtberliner Fragen teilen Beamte der zuständigen Senatsverwaltungen mit, daß in dem Jahreszeitraum vom 1. Oktober 1958 bis zum 30. September 1959 innerhalb des Gesamtberliner Kulturplanes rund 6,6 Millionen Ost-Besucher Kinokarten im Verhältnis 1 : 1 kauften, dazu müßten weitere 3,4 Millionen gerechnet werden, die in die ersten Nachmittagsvorstellungen außerhalb der Vergünstigungen des Kulturplanes gingen, so daß die Filmtheater im Westteil der Stadt insgesamt rund 10 Millionen Besucher aus Ost-Berlin und der DDR zu verzeichnen hatten; demgegenüber weist das Statistische Jahrbuch der DDR für 1958 mit etwa 13 Millionen Kinobesuchern in Ost-Berlin annähernd die gleiche Größenordnung auf.
In dem Bericht an den Ausschuß wird weiter festgestellt, daß im vergangenen Jahr rund 560 000 Landsleute aus dem Osten West-Berliner Theater und Veranstaltungen der Festwochen mit der Möglichkeit des Währungsumtausches im Verhältnis 1 : 1 besuchten. Konzertveranstaltungen verzeichneten 85 000 Ost-Besucher. Die Volksbüchereien verliehen 250 000 Bände an Bewohner des Ostsektors und der Stadtrandgebiete, etwa 100 000 Veranstaltungen der Volkshochschulen wurden von diesem Personenkreis belegt, während der Zoo, die Urania, der Botanische Garten, die Museen usw. 550 000 Ost-Besucher zählten.

1960

Das DDR-Außenministerium registriert in einer "Erklärung", daß die "herrschenden Kreise in Bonn" in letzter Zeit verstärkt Anstrengungen unternommen hätten, West-Berlin als einen Bestandteil des "Bonner Staates" zu behandeln. Obwohl diese sehr gut wüßten, daß West-Berlin auf dem Territorium der DDR liege und von westlichen Truppen besetzt sei, suchten sie einen sogenannten Rechtsstatus zu erfinden, um die "absurde Behauptung" von der juristischen Zugehörigkeit West-Berlins zum "Westzonen-Staat" zu begründen. Damit jedoch würden die Tatsachen auf den Kopf gestellt. Denn West-Berlin sei zu keinem Zeitpunkt Teil der drei westlichen Besatzungszonen gewesen noch bilde es heute einen Bestandteil des "Westzonen-Staates"
Die Westmächte selbst hätten in zahlreichen Dokumenten zum Ausdruck gebracht und wiederholt bestätigt, daß West-Berlin nicht zur Bundesrepublik gehöre. Im einzelnen nennt das Ministerium dafür

Daneben sei die Bundesregierung in völkerrechtlich verbindlichen Dokumenten gezwungen gewesen, die Nichtzugehörigkeit West-Berlins zur Bundesrepublik anzuerkennen, so im Konsularvertrag mit der Sowjetunion, dessen Geltungsbereich sich nicht auf West-Berlin erstreckt.
Ganz Berlin gehöre zum Gebietsstand der DDR, denn zu keinem Zeitpunkt sei es, eine fünfte Besatzungszone gewesen, was sich eindeutig aus den Vereinbarungen der vier Mächte aus den Jahren 1944 und 1945 über die Besetzung und künftige Behandlung Deutschlands ergebe. Mit Gründung der DDR und durch Erklärungen der sowjetischen Regierung vom 10. Oktober und 11. November 1949 seien die der Sowjetunion auf dem Gebiet ihrer Besatzungszone obliegenden Funktionen auch in Berlin an die Organe der DDR übergegangen. Und sowohl die Erklärung der Sowjetregierung vom 25. März 1954 als auch der Vertrag zwischen der DDR und der Sowjetunion vom 20. September 1955 wie der dazugehörige Briefwechsel gingen von der Zugehörigkeit Berlins zur DDR aus.

Der Regierende Bürgermeister Brandt dankt dem zu einer Tagung in der Stadt weilenden Vorstand der Deutschen Bundesbahn während eines Empfangs im Rathaus Schöneberg für die vielfältige Unterstützung, die die Bundesbahn der West-Berliner Wirtschaft in den vergangenen Jahren hat zuteil werden lassen und für ihr Bemühen, angesichts der schwierigen Situation im gespaltenen Deutschland den Interessen der Menschen hier gerecht zu werden.
Bundesbahnpräsident Oeftering versichert in seiner Erwiderung auf die Begrüßungsworte, daß es die Bundesbahn stets als selbstverständlich betrachtet habe, große Aufträge nach Berlin zu vergeben. Auch hoffe er, daß sich diese Auftragsvergabe künftig noch vergrößern lasse, zumal die Bundesbahn mit der Realisierung umfangreicher Elektrifizierungsprojekte begann.

Auf einer Sitzung des Parlamentsausschusses für Gesamtberliner Fragen teilen Beamte der zuständigen Senatsverwaltungen mit, daß in dem Jahreszeitraum vom 1. Oktober 1958 bis zum 30. September 1959 innerhalb des Gesamtberliner Kulturplanes rund 6,6 Millionen Ost-Besucher Kinokarten im Verhältnis 1 : 1 kauften, dazu müßten weitere 3,4 Millionen gerechnet werden, die in die ersten Nachmittagsvorstellungen außerhalb der Vergünstigungen des Kulturplanes gingen, so daß die Filmtheater im Westteil der Stadt insgesamt rund 10 Millionen Besucher aus Ost-Berlin und der DDR zu verzeichnen hatten; demgegenüber weist das Statistische Jahrbuch der DDR für 1958 mit etwa 13 Millionen Kinobesuchern in Ost-Berlin annähernd die gleiche Größenordnung auf.
In dem Bericht an den Ausschuß wird weiter festgestellt, daß im vergangenen Jahr rund 560 000 Landsleute aus dem Osten West-Berliner Theater und Veranstaltungen der Festwochen mit der Möglichkeit des Währungsumtausches im Verhältnis 1 : 1 besuchten. Konzertveranstaltungen verzeichneten 85 000 Ost-Besucher. Die Volksbüchereien verliehen 250 000 Bände an Bewohner des Ostsektors und der Stadtrandgebiete, etwa 100 000 Veranstaltungen der Volkshochschulen wurden von diesem Personenkreis belegt, während der Zoo, die Urania, der Botanische Garten, die Museen usw. 550 000 Ost-Besucher zählten.

1960

Während seines zweitägigen Aufenthaltes in Berlin trifft der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte in Europa, General Eddleman, zu einem Gespräch mit dem Stadtkommandanten General Osborne zusammen und inspiziert amerikanische Kasernen und Depots.

1961

Warenbegleitscheine für sogenannte Vorbehaltgüter bedürfen für ihren Transport von West-Berlin in die Bundesrepublik ab sofort keiner Abstempelung mehr beim "Amt für Zoll und Kontrolle des Warenverkehrs" der DDR in Ost-Berlin; erforderlich ist nur noch die auf den Warenbegleitscheinen zu vermerkende Zustimmung der West-Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft. Die Liste der Vorbehaltgüter war 1947 vom Alliierten Kontrollrat erstellt worden und umfaßte 17 Warengruppen, darunter bestimmte Erzeugnisse der eisen- und metallverarbeitenden Industrie, Spirituosen, Tabakwaren, Textilien und Elektrogeräte.

1962

Im Knobelsdorff-Flügel des Charlottenburger Schlosses werden 15 wieder restaurierte Räume mit der Eröffnung der Ausstellung "Meisterwerke aus den Schlössern Friedrichs des Großen" durch Volksbildungssenator Tiburtius und die Direktorin der Ehem. Staatl. Schlösser und Gärten, Margarete Kühn, für die Öffentlichkeit freigegeben. Die meisten der 161 Stücke, vorwiegend Gemälde, Gobelins, Skulpturen und Möbel, sind Eigentum der Verwaltung Schlösser und Gärten, die nach langer Lagerung in den Depots, soweit sie nicht zeitweilig im Museum in Dahlem zu sehen waren, erstmals wieder gezeigt werden.

DDR-Gesundheitsminister Sefrin fordert in einem Schreiben an den Regierenden Bürgermeister Brandt unter Hinweis auf Pockenerkrankungen im Bundesgebiet vom Senat Schutz- und Kontrollmaßnahmen. Er kündigt an, daß die DDR im Verkehr zwischen Westdeutschland und West-Berlin von Reisenden aus pockengefährdeten Gebieten beim Grenzübergang die Vorlage eines internationalen Pockenimpfausweises verlangen werde.

Der Senat weist diese Forderung am 23. Januar mit dem Bemerken zurück, daß derartige Gesundheitszertifikate im innerdeutschen Verkehr nicht erforderlich seien. Im übrigen mache Sefrins Behauptung, West-Berlin liege auf dem und alle seine Verbindungswege führten über das Gebiet der DDR, den politischen Hintergrund seines Schreibens deutlich. Deshalb müsse nachdrücklich vor einer Behinderung des Reiseverkehrs gewarnt werden; für eine fachliche Erörterung eventuell notwendig werdender Maßnahmen mit der zuständigen Stelle in Ost-Berlin stehe der West-Berliner Seuchenbeauftragte jederzeit bereit.

1965

Zu neuen Bezirksbürgermeistern wählen die Bezirksverordnetenversammlungen von Spandau Klaus Bodin (SPD) als Nachfolger des aus Altersgründen ausscheidenden Ernst Liesegang (SPD), der dieses Amt seit dem 5. Februar 1958 ausgeübt hatte, und von Zehlendorf den bisherigen Sozialstadtrat Hans-Joachim Schnitzer (SPD) als Nachfolger von Willy Stiewe (CDU), der nach Ablaufseiner sechsjährigen Amtsperiode auf Grund veränderter Mehrheitsverhältnisse seit den Wahlen vom 17. Februar 1963 diese Stellung aufgeben muß, die er seit dem 26. Januar 1955 innehatte.

1969

Aus der schriftlichen Antwort des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Holger Börner, auf eine Anfrage des F.D.P.-Bundestagsabgeordneten Werner Porsch geht hervor, daß die zusätzlichen Subventionen im Flugverkehr zwischen Hannover und Berlin nicht auf andere Berlin-Strecken ausgedehnt werden sollen. Börner teilt mit, alle anderen Flugrouten von und nach Berlin würden seit 1963 mit etwa 20 Prozent subventioniert, während der Flugverkehr Berlin - Hannover nach der Einführung des Paß- und Visazwangs durch die DDR-Behörden mit Subventionen von 47 Prozent gefördert werde. Die verstärkte Subventionierung solle nur für die kürzeste Strecke gewährt werden.

Das Gebäude der ehemaligen Königlich-Preußischen Staatsbibliothek in Ost-Berlin (Bebelplatz) - wegen ihrer geschweiften Form "Kommode" genannt - wird nach rund dreijähriger Wiederaufbauzeit an die Humboldt-Universität übergeben. In der Eingangshalle des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäudes, dessen Außenfassade originalgetreu restauriert wurde, erfolgt die feierliche Schlüsselübergabe durch Oberbürgermeister Herbert Fechner an den Rektor der Humboldt-Universität, Karl-Heinz Wirzberger.

1972

Das Abgeordnetenhaus (22. Sitzung, 6. Wahlperiode) befaßt sich mit den Ereignissen des 4. Dezember 1971 in der Eisenacher Straße in Berlin-Schöneberg, als bei einem Schußwechsel zwischen Mitgliedern der terroristischen "Bewegung 2. Juni" und Kriminalbeamten der polizeilich gesuchte Georg von Rauch getötet wurde. Abgelehnt wird unter anderem die F.D.P.-Forderung nach einer vorläufigen Beurlaubung von Polizeipräsident Klaus Hübner.

1972

Nachdem am 17. Dezember 1971 das zwischen den Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR geschlossene Abkommen über den Transitverkehr von zivilen Personen und Gütern zwischen Westdeutschland und West-Berlin unterzeichnet wurde, beginnt im Haus des Ministerrats der DDR in Berlin-Mitte eine neue Gesprächsserie der Staatssekretäre Egon Bahr (Bundeskanzleramt) und Michael Kohl (Ministerrat). Sie verhandeln über einen allgemeinen Verkehrsvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR, der den gegenseitigen Wechsel- und Transitverkehr regeln soll.
   Nach Beendigung der Verhandlungsrunde besuchen die beiden Delegationen in Potsdam die historische Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens im Schloß Cecilienhof sowie Schloß Sanssouci.

1975

Die Außenminister der neun EG-Länder beschließen in Brüssel die Errichtung eines EG-Berufsbildungszentrums in West-Berlin. (Vgl. 11. Januar.) West-Berlin wird damit die erste deutsche Stadt mit einer EG-Institution. Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher wertet die Entscheidung als ein "erfreuliches Zeichen der gemeinsamen Verbundenheit der EG mit Berlin".
   Am folgenden Tag bezeichnet der Regierende Bürgermeister Klaus Schütz den EG-Beschluß als bedeutenden Erfolg für die Stadt. "Sorgfältige Sondierungen Berlins" seien vorausgegangen, die in dem Besuch des Präsidenten der EG-Kommission, François-Xavier Ortoli, ihren Abschluß gefunden hätten. (Vgl. 11. Januar.)

1977

Der französische Außenminister Louis de Guiringaud, der am Vortag in West-Berlin eintraf, hält vor dem Abgeordnetenhaus (47. Sitzung, 7. Wahlperiode) eine Rede. "Mein heutiger Besuch soll die Anteilnahme bekunden, die Frankreich für Berlin zeigt, und ebenfalls das Bewußtsein seiner Verantwortlichkeiten beweisen", sagt er vor den Parlamentariern. Im Verlauf der Sondersitzung, an der auch Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher teilnimmt, trägt sich der Gast aus Frankreich in das Goldene Buch der Stadt ein.

Wie West-Berliner Tageszeitungen berichten, lehnen die drei Westmächte nach Absprache mit dem Senat die Eröffnung eines Büros der DDR-Fluggesellschaft Interflug in West-Berlin ab. Die Zurückweisung des Ende 1976 gestellten Antrags wird damit begründet, dass die Tätigkeit der Interflug vom Flughafen Berlin-Schönefeld aus eine direkte Bedrohung der Lebensfähigkeit des Berliner Flugbetriebs und des Flughafens Berlin-Tegel darstelle. Außerdem übe die Interflug ihre Tätigkeit innerhalb des Berliner Kontrollbereichs unter Verletzung vereinbarter Vier-Mächte-Vorschriften aus, denn die Westalliierten würden in der Berliner Flugsicherheitszentrale nicht über Flüge von Schönefeld aus informiert.

1978

Für den scheidenden britischen Stadtkommandanten, Generalmajor Roy M. F. Redgrave, findet im Hotel Kempinski am Kurfürstendamm ein Abschiedsempfang des Senats statt, bei dem Redgrave sich in das Goldene Buch der Stadt einträgt.

Bei einem Konzert der schottischen Popgruppe "Bay City Rollers" in der Eissporthalle Jafféstraße (Berlin-Charlottenburg) fallen Mädchen reihenweise in Ohnmacht.

1981

In Anwesenheit des Bundesvorsitzenden Genscher befürworten die Führungsgremien der Berliner F.D.P. die Durchführung von Neuwahlen spätestens im Juni.

Die "Interflug" senkt den Preis für den Hin- und Rückflug zwischen dem Ost-Berliner Flughafen Schönefeld und Griechenland von 420 auf 284 DM.

1982

Zum 40. Jahrestag der sogenannten Wannsee-Konferenz, auf der unter Vorsitz des Chefs der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes (SD), SS-Obergruppenführer Heydrich, 15 hohe SS-Führer und Beamte aus verschiedenen Reichsministerien Maßnahmen "zur Durchführung der angestrebten Endlösung der Judenfrage" in Europa beschlossen, sprechen auf einer Gedenkfeier im damaligen Beratungszimmer in der "Villa Minoux" in der Straße Am Großen Wannsee 56-58 vor rund 300 Gästen: der Regierende Bürgermeister von Weizsäcker, der dazu auffordert, den "ebenso fruchtlosen wie schrecklichen Versuchen" zu widerstehen, die Vergangenheit zu verdrängen, da "wir alle für das haften, Was zu unserer Zeit im deutschen Namen geschehen ist", der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Galinski, der die alte Forderung wiederholt, in dieser Villa ein Dokumentationszentrum über die Verfolgung und Vernichtung jüdischer Menschen einzurichten, und der israelische Botschafter in Bonn, Eylon - ein geborener Berliner -, der unterstreicht, daß das Sicherheitsbedürfnis seines Landes entscheidend durch die Vernichtung von sechs Millionen Menschen geprägt worden sei.

Etwa 6 000 Menschen - darunter der Regierende Bürgermeister von Weizsäcker, Parlamentspräsident Rebsch, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Galinski, sowie die Politiker Vogel (SPD), Kunze (F.D.P.) und Finger (AL) - folgen am Abend dem Aufruf der Aktion Sühnezeichen, des Landesjugendringes und anderer Organisationen zu einem Schweigemarsch gegen den Sprengstoffanschlag im Restaurant "Mifgash Israel" (vgl. 15. Januar) in der Wilmersdorfer Nachodstraße. Von dort geht der Zug zur Gedächtniskirche, wo der ev. Bischof Kruse und der Sprecher der Aktion Sühnezeichen, Christoph Heubner, zu den Demonstranten sprechen.

1983

Frankreichs Staatspräsident Mitterand bekräftigt vor dem Bundestag anläßlich der Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages die Verpflichtungen und Rechte seines Landes in Berlin, die er dessen lebenswichtigen Interessen zurechnet.

1984

Kultursenator Hassemer unterzeichnet mit dem langjährigen Intendanten der Berliner Festspiele GmbH, Ulrich Eckhardt, einen Vertrag über dessen Bestellung zum Beauftragten für die 750-Jahrfeier; ihm obliegen danach die Planung und Ausführung des zentralen Stadtfestes sowie der Jubiläumsausstellung, der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung sowie der offiziellen Publikationen in Abstimmung mit dem Presse- und Informationsamt sowie dem Verkehrsamt. Der Beauftragte wird sich bei seiner Arbeit des Apparates der Festspiele GmbH bedienen, was Senator Hassemer als "sparsamste Lösung" bezeichnet.

1986

Der im Vorjahr in Washington gegründete deutsch-amerikanische Rat des US-Holocaust-Komitees tagt - am 44. Jahrestag der die "Endlösung" zur Vernichtung des europäischen Judentums beschließenden sogenannten Wannsee-Konferenz - erstmals in Deutschland. Themen der Beratungen im Axel-Springer-Verlagshaus in der Kochstraße, an denen unter Leitung von Elie Wiesel je sechs Persönlichkeiten aus beiden Ländern teilnehmen - darunter auch der frühere Regierende Bürgermeister (1967 bis 1977) und spätere Botschafter in Israel (1978 bis 1982), Klaus Schütz - sind u.a. eine Holocaust-Konferenz für Lehrer in den USA und in der Bundesrepublik, ein Sommerlager für deutsche, amerikanische und israelische Jugendliche sowie das Holocaust-Museum in Washington, für das im letzten Oktober bereits die Grundsteinlegung erfolgte.

1986

Während ihrer Sitzung im Reichstag erörtert die CDU/CSU-Bundestagsfraktion unter Leitung ihres Vorsitzenden Dregger und in Anwesenheit von Bundeskanzler Kohl nach einem Bericht des Regierenden Bürgermeisters Diepgen die gegenwärtige Situation Berlins sowie aktuelle innen- und außenpolitische Probleme, u.a. die geplante, vor allem vom DGB heftig kritisierte Änderung des § 116 des Arbeitsförderungsgesetzes ("Streikparagraph") sowie die beabsichtigte Beteiligung der Bundesrepublik am SDI-Programm der USA.

1987

Im Rahmen einer Gedenkstunde in derVilla Am Großen Wannsee 56 / 8, in dervor genau 45 Jahren unter Vorsitz von SD-Chef Heydrich eine Reihe von SS-Führern, darunter der 1962 in Israel hingerichtete Adolf Eichmann, und Staatssekretären verschiedener Ministerien mit der"Endlösung"die systematische Ausrottung der europäischen Juden beschlossen worden war, wenden sich der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Heinz Galinski, der Regierende Bürgermeister Diepgen sowie Sprecher der im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien - Buwitt (CDU), Momper (SPD), Bischoff-Pflanz (AL) und Fabig (F.D.P.) - gegen eine Verdrängung und Verharmlosung derNazi-Greueltaten, wie sie in den letzten Monaten einige Politiker und Historiker immer wieder forderten. Alle Redner begrüßten die Absicht des Senats zur Umwandlung derVilla, seit 1947 vom Bezirksamt Neukölln als Schullandheim genutzt, in eine Gedenk-und Begegnungsstätte, die insbesondere jüngeren Menschen zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus dienen soll.

1989

Beim 18. Internationalen Hallen-Fußballturnier in der Deutschlandhalle gewinnt der amtierende Deutsche Meister SV Werder Bremen das Finale mit 7:4 über den derzeitigen Tabellenführer der Zweiten Bundesliga, Blau-Weiß 90 Berlin. Auf den nächsten Plätzen folgen Dynamo Tiflis, Hamburger SV, IFK Göteborg und Hertha BSC.

1990

Die DDR beginnt offiziell mit dem Verkauf der Berliner Mauer. Die Abwicklung übernimmt die DDR-Außenhandelsfirma "Limex-Bau Export-Import". Zunächst sollen nur die 40 Mauerstücke verkauft werden, die durch die neuen Grenzübergänge zwischen Ost- und West-Berlin weggefallen sind. Der Erlös soll "guten Zwecken" - wie der Finanzierung des Gesundheitswesens und der Denkmalpflege in der DDR - dienen.

1992

Das Landgericht Berlin verkündet nach fünfmonatiger Prozeßdauer sein Urteil im ersten "Mauerschützen-Prozeß". Einer der vier Angeklagten wird zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Totschlags in einem minder schweren Fall verurteilt. Einen weiteren Angeklagten verurteilt das Gericht wegen versuchten Totschlags in einem minder schweren Fall zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Freigesprochen werden die beiden übrigen Angeklagten, deren Verhalten nach Auffasssung des Gerichts durch das DDR-Grenzgesetz gerechtfertigt gewesen sei.

Die Berliner SPD leitet gegen den früheren Vorsitzenden der DDR-SPD, Ibrahim Böhme, ein Parteiausschlußverfahren wegen Stasi-Tätigkeit ein. Böhme soll noch als Gründungsmitglied der DDR-SPD im Oktober 1989 für die Staatssicherheit gearbeitet haben.

1993

Das Stadtoberhaupt von Kopenhagen, Jens Kramer Mikkelsen, und der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen eröffnen im Wappensaal des Berliner Rathauses die Ausstellung "Ihr Nachbar _ Wunderbares Kopenhagen". Die Attraktionen der dänischen Hauptstadt werden bis zum 3. Februar vorgestellt.

Das Konzil der TU wählt den Chemieprofessor Dieter Schumann zum neuen Präsidenten der TU. Er ist Nachfolger von Manfred Fricke, dessen Amtszeit am 31. März endet. Schumann erhält bereits im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit von 31 Stimmen. Für den Gegenkandidaten, den Germanistikprofessor Ulrich Steinmüller, werden 30 Stimmen abgegeben.

1994

Fürst Rainier III. von Monaco und sein Sohn Prinz Albert werden in Berlin von Bundespräsident Richard von Weizsäcker zu einem privaten Meinungsaustausch im Schloß Bellevue empfangen. Anschließend unternehmen die Gäste einen Spaziergang mit dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen durch das Brandenburger Tor. Im Berliner Rathaus tragen sich Fürst Rainier und Prinz Albert in das Goldene Buch der Stadt ein.

Der ehemalige DDR-Unterhändler Wolfgang Vogel, gegen den am 19. Juli 1993 Haftbefehl wegen des Verdachts des Meineids und der Steuerhinterziehung erlassen wurde, wird gegen eine Kaution von zwei Millionen DM aus der Untersuchungshaftanstalt Moabit auf freien Fuß gesetzt.

1995

Brandenburgs Regierungssprecher Erhard Thomas stellt gemeinsam mit Senatssprecher Michael-Andreas Butz eine Informations- und Werbeaktion für das geplante gemeinsame Bundesland Berlin-Brandenburg vor. Unter dem Motto "Eins für alle - Land Berlin-Brandenburg" soll das Interesse der Bürger für ein gemeinsames Bundesland durch Plakate, Broschüren, Faltblätter und Diskussionsveranstaltungen geweckt bzw. gestärkt werden. In Anzeigen sollen populäre Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport als Sympathieträger für das neue Land werben.

1995

In den Messehallen am Funkturm (Berlin-Charlottenburg) findet zum 60. Mal die Internationale Grüne Woche Berlin statt. 1 272 Aussteller aus 62 Ländern und 328 zusätzlich vertretene Firmen präsentieren ihre Produkte aus Landwirtschaft, Gartenbau und Ernährungsindustrie. Rund 495 000 Interessenten besuchen die Messe (1994: 519 385).

2000

Das Dienstgebäude des Auswärtigen Amtes in Berlin-Mitte wird offiziell übergeben. Aus der Hand von Bundesbauminister Reinhard Klimmt empfängt Bundesaußenminister Joschka Fischer den symbolischen Schlüssel. Der Festakt findet im "Weltsaal" statt.

Im Sony-Center am Potsdamer Platz wird ein Unterhaltungszentrum mit Kinos und Music-Box, wo die Besucher Klanginstallationen bedienen können, eröffnet. Damit wird das Sony-Center erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich.

2003

Berlins Sportler des Jahres 2002 werden in der "Mercedes-Welt" am Salzufer (Charlottenburg) geehrt. Mannschaft des Jahres wird das ALBA Berlin Basketballteam, Sportler des Jahres der Boxer Sven Ottke, Sportlerin des Jahres die Schwimmerin Franziska van Almsick und Trainer des Jahres der Eisschnelllauftrainer Joachim Franke.

2004

In der Berliner Dienststelle des Bundesarchivs in Lichterfelde stellt Kulturstaatsministerin Christina Weiss das Neubau- und Umbauvorhaben des Bundesarchivs auf dem ehemaligen Kasernengelände vor. Zunächst wird ein von dem Architekten Stephan Braunfels entworfenes Magazingebäude errichtet, in dem rund 110 000 laufende Meter Akten und Bücher untergebracht werden können und in dem sich auch der Haupteingang und einige öffentliche Bereiche befinden. Nach Fertigstellung des Magazinneubaus erfolgt der Umbau zweier denkmalgeschützter Gebäude zum Lesesaalzentrum einerseits und zum Verwaltungszentrum andererseits. Die Neubau- und Umbauarbeiten, für die rund 40,5 Millionen Euro veranschlagt werden, sollen bis 2009 abgeschlossen sein.

2009

Barack Obama leistet in Washington, D. C., seinen Amtseid als 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. 150 Jahre nach dem Ende der Sklaverei zieht erstmals ein schwarzer Präsident ins Weiße Haus ein. In Berlin hat das 'Goya' am Nollendorfplatz in Schöneberg zum Public Viewing geladen; rund 1 500 Gäste kommen zur TV-Live­übertragung.

Der Film 'Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat' (Regie: Bryan Singer) feiert seine Europapremiere im Filmtheater am Potsdamer Platz. Hollywoodstar Tom Cruise, der in dem Film die Rolle des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944) spielt, erfüllt ausgiebig Autogrammwünsche.
Am 22. Januar kommt der Film über das Attentat vom 20. Juli 1944 in die deutschen Kinos.

2012

Vor 70 Jahren, am 20. Januar 1942, wurde auf der sogenannten Wannsee-Konferenz die »Endlösung der Judenfrage« organisiert. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in einer Pressemitteilung: »Berlin ist der historische Ort, an dem die Nationalsozialisten den Holocaust planten und ins Werk setzten. Dieser Abschnitt der deutschen Geschichte gehört zur Geschichte der Stadt, und daraus erwächst uns für Gegenwart und Zukunft eine besondere Verpflichtung. Nachwachsende Generationen müssen immer wieder von neuem erfahren, was der Holocaust bedeutet hat. Wir müssen diese Erinnerung bewahren und weitergeben. Gedenkstätten wie die im Haus der Wannsee-Konferenz, also dem authentischen Ort des Geschehens, leisten dafür einen unverzichtbaren Beitrag. Allen, die sich in dieser Einrichtung engagieren und engagiert haben, gebührt unser besonderer Dank.« Die Gedenkstätte im Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin-Wannsee, Am Großen Wannsee 56–58, wurde vor 20 Jahren eröffnet. Nach einer umfangreichen Sanierung wird das Stadtbad Schöneberg, eines der ältesten und beliebtesten Bäder Berlins, feierlich wiedereröffnet. Die Berliner Bäder-Betriebe haben entschieden, das freizeitorientierte Bad in der Hauptstraße dem vor 25 Jahren verstorbenen langjährigen RIAS-Unterhaltungschef und beliebten Quizmaster Hans Rosenthal (1925–1987), der hier das Schwimmen lernte, zu widmen. »Stadtbad Schöneberg – Hans Rosenthal« heißt es nun offiziell.

2012

Auf dem Messegelände am Funkturm in Charlottenburg findet zum 77. Mal die Internationale Grüne Woche Berlin statt. 1 624 Aussteller aus 56 Ländern sind beteiligt. Partnerland ist in diesem Jahr Rumänien. Über 420 000 Besucherinnen und Besucher (2011: über 410 000) strömen in die Messehallen.

2014

Im Alter von 80 Jahren stirbt in Bologna der italienische Dirigent Claudio Abbado. 1989 wählten ihn die Berliner Philharmoniker als Nachfolger Herbert von Karajans (1908–1989) zu ihrem Chefdirigenten und künstlerischen Leiter. Es gelang ihm, das Orchester mit innovativen Programmen und zeitgemäßen Interpretationen bei gleichzeitiger Wahrung der großen Tradition zu einer neuen musikalischen Hochform zu führen. 2002 beendete er seine Zeit in Berlin. Seine letzte Ruhestätte findet der große Dirigent in Sils Maria im schweizerischen Engadin.

2015

Im Großen Saal des Berliner Rathauses wird dem Informatiker Prof. Dr. Klaus-Robert Müller, der am Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik der Technischen Universität Berlin tätig ist, der Berliner Wissenschaftspreis 2014 des Regierenden Bürgermeisters verliehen. Der Nachwuchspreis geht an die Psychologin Prof. Dr. Jule Specht, Juniorprofessorin an der Freien Universität Berlin. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller: »Die beiden diesjährigen Preisträger sind herausragende Repräsentanten der Innovationsmetropole Berlin.«


Zitierform: Berlin - Chronik. Online-Version : Hrsg. vom Landesarchiv Berlin. - URL: http://www.berlin-chronik.de (Stand: 20.01.2018)