Was geschah am 24.06. im Jahr ...

1945

Die Abteilung für Arbeitseinsatz des Magistrats gibt in einer Verordnung die Wiedereinführung des Arbeitsbuches für alle Personen, die in Berlin in Arbeit stehen, bekannt. Das Arbeitsbuch oder die Arbeitsbuch-Ersatzkarte gilt auch gegenüber dem Ernährungsamt als Ausweis über das Arbeitsverhältnis.

1946

Die amerikanische Militärregierung entzieht dem Mit-Lizenzträger der Zeitung "Der Tagesspiegel", Heinrich v. Schweinichen, die Lizenz.

Die Grunewald-Oberschule für Jungen in der Herbertstraße im Bezirk Wilmersdorf erhält den Namen "Walther-Rathenau-Schule".

1947

Die Alliierte Kommandantur untersagt in einem Schreiben an den Magistrat durch BK/O (47) 152 dem Leiter der Abteilung für Volksbildung des Magistrats die Abschaffung der Sektion für Lehrerfortbildung und fordert darüber hinaus ihren weiteren Ausbau. Ferner befiehlt sie die Beibehaltung des Postens eines Stellvertreters des Leiters der Abteilung für Volksbildung sowie die Unterlassung von Maßnahmen gegen namentlich genannte Sachbearbeiter ohne besondere Benachrichtigung der Alliierten Kommandantur. Auch wird der Leiter der Abteilung für Volksbildung ausdrücklich darauf hingewiesen, das Erziehungskomitee der Alliierten Kommandantur fortlaufend über die wichtigsten Vorgänge und Pläne seiner Abteilung zu informieren. Den Anlaß zu dieser Anordnung gab das Schreiben des Leiters der Abteilung für Volksbildung, Stadtrat Dr. Nestriepke, an die Bezirksbürgermeister sowie seine Verfügung, die in Übereinstimmung mit dem Stadtrat für Personal und Verwaltung, Theuner, den Leiter des Hauptschulamtes, Wildangel, nur als Hauptamtsleiter und nicht als stellvertretenden Abteilungsleiter bezeichnet. Die sowjetische Militärregierung hatte sich gegen das Schreiben von Stadtrat Dr. Nestriepke mit der Begründung gewandt, daß die Verwaltungsverfügung eines Magistratsmitgliedes nicht einen alliierten Befehl außer Kraft setzen könne und deshalb ihre Durchführung im sowjetischen Sektor seit längerem bereits untersagt.

Die SED erklärt sich auf einer von ihr gewünschten Besprechung mit der SPD bereit, der Wahl des Stadtrats Professor Reuter, dessen fachliche Befähigung von ihr anerkannt wird, zum Oberbürgermeister von Groß-Berlin unter der Voraussetzung zuzustimmen, daß die SPD sich schriftlich zu einer Zusammenarbeit mit ihr verpflichtet. Der Vorschlag der SED wird jedoch abgelehnt.

(36.) Ordentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin.
Nach einem Hinweis des Fraktionsvorsitzenden der SPD, Stadtverordneten Neumann, auf die grundsätzliche Stellungnahme der SPD zum Befehl der Alliierten Kommandantur BK/O (47) 145 und einer kurzen Charakterisierung des von ihr für das Amt des Oberbürgermeisters vorgeschlagenen Stadtrats Reuter sowie einer Erklärung des Stadtverordneten Maron (SED), der die ablehnende Haltung der SPD gegenüber dem Vorschlag der SED auf eine Zusammenarbeit der beiden Arbeiterparteien motiviert, wählt die Stadtverordnetenversammlung in geheimer Abstimmung mit 89 Ja-Stimmen, 17 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen Stadtrat Professor Ernst Reuter zum Oberbürgermeister von Groß-Berlin.
Der neugewählte Oberbürgermeister bedarf nunmehr noch der Bestätigung durch die Alliierte Kommandantur.
Die Stadtverordnetenversammlung stimmt einem Dringlichkeitsantrag der SED zu, der die Teilnahme der Berufs- und Fachschüler an der markenfreien Schulspeisung fordert, und beschließt die Annahme der vom Ausschuß für Bau- und Wohnungswesen vorgelegten Verordnung zum Vollzuge des Gesetzes Nr. 18 (Wohnungsgesetz) des Alliierten Kontrollrats (vgl. Schriftenr. Bln. Zeitgesch., Bd. 1, 8.3.1946) und der Ausführungsanordnung der Alliierten Kommandantur BK/O (46) 369 vom 16. September 1946 sowie der Satzung der Sparkasse von Groß-Berlin.

Der neugewählte Oberbürgermeister von Groß-Berlin, Ernst Reuter, spricht im RIAS zur Situation Berlins. Es müsse versucht werden, Berlin aus seiner Umklammerung, die es zu einer belagerten Festung mache, zu lösen. Eine Vertretung der Stadt beim Wirtschaftsrat in Frankfurt/Main sei ebenso notwendig wie bei den Zentralverwaltungen und der Wirtschaftskommission der sowjetischen Besatzungszone. Eine Voraussetzung der Behebung der wirtschaftlichen Notlage Berlins sei das reibungslose Funktionieren der Selbstverwaltung.

1947

Im Hause der Zentralverwaltungen wird eine Berliner Leistungsschau der Textilindustrie der sowjetischen Besatzungszone und des sowjetischen Sektors gezeigt und mit einer Interzonentagung der Textilindustrie verbunden.
Die im britischen Sektor gegründete Interessengemeinschaft Textil-Bezugs- und -Lieferungsgenossenschaft der Bekleidungswirtschaft bildet beim Magistrat von Berlin einen ständigen Fachausschuß zur Förderung des Imports und Exports von Textilerzeugnissen, dessen Tätigkeit auch dem amerikanischen und französischen Sektor zugute kommt. Die Interessengemeinschaft betrachtet es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben, die unmittelbaren Geschäftsbeziehungen zwischen Lieferanten und Abnehmern im Interzonenhandel wiederherzustellen.

1948

Die Außenminister der Sowjetunion, Albaniens, Bulgariens, der Tschechoslowakei, Jugoslawiens, Polens, Rumäniens und Ungarns verurteilen am zweiten und letzten Tag ihrer Warschauer Konferenz die Londoner Empfehlungen. In ihrer gemeinsamen Erklärung wird unter anderem die Einführung einer Kontrolle des Ruhrgebietes unter Beteiligung der Sowjetunion sowie die Bildung einer vorläufigen gesamtdeutschen Regierung aus Vertretern der demokratischen Parteien und Organisationen vorgeschlagen.

Die drei westlichen Militärregierungen gründen zur Koordinierung ihrer Pläne und Aktionen ein Koordinierungskomitee mit Sitz im Gebäude der britischen Kontrollkommission am Fehrbelliner Platz, das mit den Regierungen in London, Washington und Paris in ständigem Kontakt steht.

Die drei westlichen Stadtkommandanten ordnen mit Wirkung vom 25. Juni 1948 eine Währungsumstellung an, die ihre Sektoren an die Währung in den Westzonen anschließt. Als maßgebliche Währung wird die Deutsche Mark (DM) eingeführt, die jedoch in den Berliner Westsektoren mit einem "B"-Stempel versehen ist. Die im sowjetischen Sektor gültige Währung wird als Umlaufmittel auch in den Westsektoren anerkannt und muß vom Zahlungsempfänger entgegengenommen werden für bewirtschaftete Lebensmittel, Grundstücksmieten, Beförderung auf öffentlichen Verkehrsmitteln, Leistungen der Post, für Lieferung von Strom und Gas sowie für Steuern und andere städtische Abgaben. Jeder Einwohner erhält im Umtausch gegen Altgeldnoten im Verhältnis 1:1 DM 60 in bar. Um die Auszahlung der Löhne und Gehälter zu sichern, werden den Unternehmern sogenannte Geschäftsbeträge von DM 60 für jeden Beschäftigten gewährt. Gleichzeitig erhält die öffentliche Hand Erstausstattungs-Beträge etwa in Höhe eines Monatsbedarfs durch die mit dem gleichen Befehl errichtete Währungskommission, einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft, die daneben Geldumtausch und Kontenumstellung überwachen soll. Grundsätzlich werden sonst Bargeld, Buchgeld sowie Forderungen und Schulden nebst Steuern im Verhältnis 10:1 abgewertet.

Die amerikanische Militärregierung erläßt in Übereinstimmung mit der britischen und französischen Militärregierung die Bestimmung Nr. 1 über die Durchführung der Neuordnung des Geldwesens. Hierin werden unter anderem Anordnungen über die Auszahlung des Kopfbetrages, über die Ablieferung und Anmeldung von Altgeld, die Feststellung von Altgeldguthaben und Postwertzeichen getroffen.

Die drei westlichen Stadtkommandanten befehlen, daß die Personalausweise aller Bewohner ihrer Sektoren mit einem "B"-StempeI versehen werden, der ursprünglich nur beim Währungsumtausch in den Ausweisen angebracht werden sollte. Damit soll die Möglichkeit ausgeschlossen werden, daß Einwohner der westlichen Sektoren von den sowjetischen Behörden wegen ihrer Beteiligung an der westlichen Währungsreform bestraft werden.
Den Einwohnern der Westsektoren ist von westlicher Seite freigestellt worden, außer ihrer D-Mark-Quote auch Ostmark im sowjetischen Sektor abzuholen.

Die drei westlichen Militärregierungen befehlen für die drei Westsektoren Stromabschaltungen in der Zeit zwischen 6 und 24 Uhr. Für Industriezwecke werden Stromzuteilungen auf 25 Prozent und für Verkehrsmittel auf 50 Prozent des gültigen Kontingents herabgesetzt. Die Haushalte müssen den Kochstromverbrauch auf 75 Prozent und den für Beleuchtung usw. auf 50 Prozent senken. Als Begründung werden die einseitigen Aktionen der Sowjets angegeben.
Der Direktor der BEWAG, Rudolf Wissell, teilt mit, daß die Kohlenbestände in den sieben, meist veralteten Westberliner Kleinkraftwerken Charlottenburg, Moabit, Spandau, Schöneberg, Unterspree, Steglitz und Wilmersdorf, die 75 000 bis 95 000 Kilowatt erzeugen, etwa 10 Tage.reichen. Die fehlenden 50 000 bis 60 000 Kilowatt seien bisher von den Großkraftwerken Klingenberg und Rummelsburg geliefert worden.
Obwohl in einem Teil der sowjetisch lizenzierten Presse als Ursache der Krise in der Stromversorgung der Westsektoren eine technische Störung im Fernstromlieferwerk Golpa-Zschornewitz angegeben wird, sieht der Vorstand des FDGB in der Wallstraße die Ursache dieser Krise in den Währungsmaßnahmen der Westmächte. In einem Schreiben an den Oberbürgermeister, die Magistratsabteilung für Arbeit und die Stadtverordnetenfraktionen von SPD, SED, CDU und LDP wird von einer drohenden Massenarbeitslosigkeit gesprochen und die Forderung nach Schutzmaßnahmen erhoben.

Auf Anordnung der amerikanischen und britischen Militärregierungen wird der Güterverkehr aus ihren Besatzungszonen in die sowjetische Besatzungszone eingestellt, während Züge aus dem Osten weiter angenommen werden.

Der amerikanische Militärgouverneur, General Olay, erklärt nach einer Besprechung im Truppenhauptquartier in Heidelberg, daß die Sowjets die Amerikaner nur durch einen Krieg aus Berlin vertreiben könnten. General Clay gibt die Anweisung, alle verfügbaren Transportflugzeuge auf der Strecke nach Berlin einzusetzen. Gleichzeitig wird der Transport von Lebensmitteln nach den amerikanischen Flugplätzen eingeleitet.

Die amerikanische Militärregierung fordert in einem Schreiben alle Bezirksbürgermeister ihres Sektors auf, jede organisierte Gewerkschaftstätigkeit, die nicht von der Kommissarischen Leitung des FDGB (UGO) oder bestätigten Mitgliederverbänden ausgeübt wird, zu unterbinden.

Der amerikanische Stadtkommandant, Oberst Howley, versichert in einer Erklärung, daß die Amerikaner Berlin nicht hungern lassen werden. Er tritt den kommunistischen Behauptungen über eine angeblich katastrophale Wasserknappheit in den westlichen Sektoren und anderen "brutalen Drohungen" nachdrücklich entgegen, die nach seiner Auffassung eine Panik erzeugen sollen.
Oberst Howley gibt bekannt, daß die Lebensmittelvorräte der Westsektoren für 30 Tage reichen.
Der britische Kommandant, Generalmajor Herbert, erläßt einen ähnlichen Aufruf.
Die Vorräte an Lebensmitteln sowie die in Kraft tretenden Rationierungsmaßnahmen sind das Ergebnis sorgfältiger Vorkehrungen, die Oberst Howley als "Operation Gegenschlag" am 25. März 1948 in einem Plan-"Basic-Assumption" trotz britischer Einwände ausarbeiten ließ.

Der sowjetische Oberbefehlshaber, Marschall Sokolowski, begründet in einem Aufruf an die Berliner die Haltung der sowjetischen Vertreter bei den letzten Viermächtebesprechungen über die Währungsreform in Berlin mit dem Hinweis darauf, daß die Alliierte Kommandantur "praktisch aufgehört hat, als ein Organ für die Verwaltung der Stadt zu existieren".
Marschall Sokolowski ist der Ansicht, daß die führenden demokratischen Politiker nicht die Meinung und Interessen der Bevölkerung vertreten. Die von ihm befohlene Währungsreform sei durch die westlichen Schritte erzwungen.

Die Auslieferung von Lebensmitteln einschließlich Frischmilch aus der sowjetischen Besatzungszone und dem sowjetischen Sektor in die Westsektoren wird durch Befehl Nr. 488 des sowjetischen Stadtkommandanten gesperrt. Hiermit wird ein Viermächteabkommen über die Versorgung Berlins aus gemeinsamen Vorräten verletzt. Gleichzeitig werden die Braunkohlenlieferungen aus der sowjetischen Besatzungszone nach Westberlin eingestellt.

Die Transportabteilung der Sowjetischen Militärverwaltung teilt mit, daß der Zustand der Gleise auf der Strecke Berlin-Helmstedt schlimmer sei, als bisher angenommen. Daher müsse mit einer längeren Reparaturdauer und mit einer Gefährdung der Lebensmittellieferungen für die Westsektoren Berlins gerechnet werden.

Das Organ der Sowjetischen Militärverwaltung "Tägliche Rundschau" betont in einem Leitartikel, daß es keinerlei politische, juristische oder wirtschaftliche Notwendigkeit mehr gebe, mit der man das weitere Verbleiben der Westmächte in Berlin begründen könne, "da es keine Viermächteverwaltung Deutschlands mehr gibt". Unter dem Hinweis auf die Entwicklung in den westlichen Besatzungszonen werden die zuständigen Mächte des Bruchs sämtlicher internationaler Abkommen über Deutschland beschuldigt, so daß einzelne Teile dieser Abkommen für sich allein dann auch nicht weiter wirksam sein könnten.

Der Magistrat ordnet an, daß jeder Kündigung eines Arbeitsverhältnisses das Arbeitsamt vorher zustimmen muß, um nach Durchführung der Währungsreform in Groß-Berlin die Arbeitsplätze aller Arbeitnehmer zu schützen.

Die Berliner SPD ruft die Bevölkerung in einer Kundgebung mit über 70 000 Teilnehmern auf dem Hertha-Sportplatz am Bahnhof Gesundbrunnen zum Widerstand gegen die sowjetische Bedrohung auf. Als Hauptredner weist Stadtrat Professor Ernst Reuter darauf hin, daß der Währungskonflikt keine finanzpolitische Frage ist, sondern nur der Ausdruck des Kampfes zweier gegensätzlicher politischer und wirtschaftlicher Systeme, der in Berlin ausgetragen wird. Anders als in Prag werde Berlin nicht an die Reihe kommen, wenn es in diesen Krisentagen seinen Mann stehe.
Dieser Aufruf zum Widerstand ergeht, ohne daß eine Garantie der Westmächte vorliegt, ihrerseits den Konflikt in Berlin durchzustehen.
Zum Abschluß der Kundgebung spricht auch der zweite Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Erich Ollenhauer, der seit dem 23. Juni 1948 in Berlin anwesend ist. Franz Neumann, der Berliner Landesverbandsvorsitzende, betont in einem Appell an das Ausland, daß die Freiheit und das Überleben Berlins jetzt von der aktiven Unterstützung der demokratischen Welt abhängen.

Der evangelische Bischof von BerIin-Brandenburg, D. Dr. Otto Dibelius, wendet sich in einem Schreiben an die vier Stadtkommandanten dagegen, daß die Bevölkerung unschuldig unter "Repressalien" und wehrlos unter den Gegensätzen der Besatzungsmächte leide. Dies widerspreche einfachsten Geboten der Menschlichkeit.

1949

Oberbürgermeister Professor Reuter bezeichnet einen unter der Überschrift "Korruption oder Unfähigkeit - Mißwirtschaft des Westberliner Magistrats" am 23. Juni in den "Kieler Nachrichten" erschienenen Artikel eines amerikanischen Journalisten in einer Zuschrift an diese Zeitung als "eine ungeheuerliche und schamlose Verleumdung". In dem Artikel wurde dem Magistrat Verschwendung öffentlicher Mittel und Korruption vorgeworfen.

Der Rat der Bezirksbürgermeister stimmt in seiner 11. Sitzung einem Bericht des Oberbürgermeisters über Straßenumbenennungen zu. Veröffentlichungen über beabsichtigte Straßenumbenennungen sollen nur nach Rücksprache mit dem Oberbürgermeister und den zuständigen Dienststellen des Magistrats erfolgen. Die Bezirksbürgermeister regen an, Umbenennungen der in Berlin mehrfach vorhandenen Straßennamen möglichst bald durchzuführen.

Nach einer Aussprache zwischen Mitgliedern des Magistrats und den Bezirksbürgermeistern wird festgestellt, daß die Regelung der wirtschaftlichen und währungstechnischen Abgrenzung gegenüber dem sowjetischen Besatzungsgebiet in die Zuständigkeit des Magistrats gehört und Entscheidungen darüber durch einzelne Bezirksämter grundsätzlich zu vermeiden sind.

Alle Angestellten des Ressorts Handwerk der Abteilung für Wirtschaft des Magistrats erhalten zum 30. Juni ihre Kündigung. Ursache dieser Maßnahme ist die schlechte Finanzlage des Ressorts und einiger Innungen.
Durch die Spaltung der Stadt und die Errichtung eines Ressorts Handwerk im sowjetischen Sektor haben verschiedene Innungen ihre Beiträge nicht mehr an das Ressort Handwerk des rechtmäßigen Magistrats gezahlt. Die Leitung des Ressorts mußte deshalb für die Lohn- und Gehaltszahlungen bereits Kredite aufnehmen.

1950

Der Vertreter der Sowjetischen Kontrollkommission in Deutschland, Sergej A. Dengin, richtet drei gleichlautende Schreiben an die westlichen Stadtkommandanten, in denen er die Einwände der drei Stadtkommandanten gegen die sowjetischen Vorschläge zu Gesamtberliner Wahlen zurückweist. Unter anderem heißt es im Schreiben Dengins, die von den westlichen Stadtkommandanten geforderte Handlungsfreiheit für alle demokratischen politischen Parteien und Organisationen und die Gewährleistung der persönlichen und öffentlichen Freiheiten in ganz Berlin seien bisher in vollem Ausmaß allein im sowjetischen Sektor Berlins verwirklicht. Mit Bedauern müßte daher festgestellt werden, daß die westlichen Stadtkommandanten "mit der Ablehnung der sowjetischen Vorschläge über die Wiederherstellung der Einheit der Stadt auf ihrer bisherigen Position der Spaltung Berlins beharren".

Etwa 300 Schüler der Oberschule II im Bezirk Weißensee im sowjetischen Sektor treten in einen Schulstreik, um gegen die auf Anweisung des Ostberliner Hauptschulamtes erfolgte Entlassung der Lehrerin Käthe Konrad zu protestieren. Die Lehrerin wurde wegen ihrer demokratischen und religiösen Haltung entlassen. Kurz zuvor war bereits eine 11. Klasse der Oberschule ebenfalls aus politischen Gründen aufgelöst worden.

1951

Sowjetzonen-Präsident Pieck empfängt den Dirigenten Erich Kleiber, der von 1923 bis 1935 Generalmusikdirektor der Preußischen Staatsoper war und am 17. Juni zum ersten Mal nach seiner Rückkehr aus der Emigration wieder ein Konzert dirigiert hatte, zu einer Aussprache über die Wiederherstellung der Staatsoper. In Anwesenheit hoher Staats- und Parteifunktionäre und des Intendanten der Staatsoper, Ernst Legal, wird völlige Einstimmigkeit erzielt, daß das Gebäude Unter den Linden "unter Wahrung der Knobelsdorffschen Architektur so wiederhergestellt werden soll, wie es vor den Umbauten unter der Hitler-Diktatur und den Zerstörungen durch den Bombenkrieg bestand". Mit den Aufräumungsarbeiten soll im August 1951 begonnen werden.

1952

Am 30. Jahrestag der Ermordung des früheren Reichsaußenministers Dr. Walther Rathenau legen Vertreter des Senats, der Parteien und demokratischer Organisationen an dem am Tatort errichteten Gedenkstein in der Königsallee im Grunewald Kränze nieder. Während einer Gedenkstunde in der Hochschule für Politik bezeichnet der Präsident des Abgeordnetenhauses, Dr. Suhr, Walther Rathenau als einen der größten Söhne Berlins und als einen der größten Männer unserer Zeit. In seiner Gedenkrede entwirft Professor Eugen Fischer-Baling ein Bild der Persönlichkeit Rathenaus, seines Organisationsgenies und seiner staatsmännischen Kunst, Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg wieder aus der Isolierung zu befreien.

Deutschlands einzige, im Krieg schwer beschädigte Moschee in Wilmersdorf wird nach ihrer Renovierung mit einer Festpredigt des Berliner Imams, Mohammed Aman Hobohm, anläßlich des Abschlusses des Ramadan-Festes wieder ihrer Bestimmung übergeben.

1952

Der aus Vertretern der Sozialversicherungsärzte und der VAB paritätisch zusammengesetzte Schlichtungsausschuß unter Vorsitz von Reichsarbeitsminister a. D. Dr. h. c. Wissell, der über Honorarforderungen der Ärzte zu entscheiden hat, kann sich nicht einigen, da er durch Auszug der Vertreter der Ärzteschaft beschlußunfähig wird. Die Vertreter der Ärzteschaft konnten sich dem Standpunkt der VAB, dem auch Dr. Wissell zustimmte, nicht anschließen, daß der Ausschuß schon wegen ungeregelter Weiterführung der ärztlichen Versorgung von Versicherten unbedingt zu einer Entscheidung kommen müsse. Auch bestritten sie die Zuständigkeit des Ausschusses und verwiesen auf ihre Zusicherung, im Rahmen der Gesetze jeden Versicherten auch nach dem 1. Juli ordnungsgemäß zu behandeln.
Nach dem Abbruch der Verhandlungen lehnt die "Kampfleitung" der Ärzteschaft neue Besprechungen ab und unterstreicht ihre Entschlossenheit, am 1. Juli den "vertragslosen Zustand" auszurufen. Auf einer Pressekonferenz betont der Vorsitzende des Berliner Ärztebundes, Dr. Schmittmann, daß es den Ärzten nicht um eine Honorarerhöhung, sondern lediglich um eine Bezahlung nach den Mindestsätzen der VAB-Tarifordnung gehe. Sie bestünden deshalb auf ihrer Honorarforderung von mindestens 13,6 Millionen DM für das zweite Quartal 1952, wobei sie immer noch auf 20 Prozent der ihnen zustehenden Honorare verzichteten. Die Ärzteschaft wäre auch bereit gewesen, diesen Betrag für das dritte Quartal 1952 anzunehmen, um Zeit für Verhandlungen über die endgültig von der VAB zu zahlende Gesamtsumme zu gewinnen.

1952

Der amerikanische Arbeitsminister Maurice I. Tobin hält sich in Begleitung mehrerer Mitarbeiter und Vertreter der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung in Berlin auf. Er bespricht mit dem Regierenden Bürgermeister Ernst Reuter, den Senatoren Otto Bach und Dr. Paul Hertz sowie den Vertretern der Berliner Gewerkschaften, Ernst Scharnowski, Heinrich Kreil und Siegfried Aufhäuser, Fragen der Berliner Wirtschaft sowie der Arbeitsmarktlage und gewerkschaftliche Probleme.

1953

Staatsminister Sselwyn Lloyd widerspricht in einer Debatte des britischen Unterhauses über den mitteldeutschen Aufstand der sowjetischen Propagandathese, dieser sei von Agenten aus West-Berlin angezettelt worden. Er stößt allerdings auf Widerspruch, als er erklärt, daß das sowjetische Militär in Berlin mit Zurückhaltung gehandelt habe. Anschließend verliest er die Antwort des Premierministers auf das Telegramm Bundeskanzler Dr. Adenauers, worin Sir Winston Churchill seiner Bewunderung über die jahrelange Standhaftigkeit und den Mut der Berliner Bevölkerung Ausdruck gibt. Dieser Mut müsse jedoch mit Geduld und Zurückhaltung einhergehen, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Der Premier betont seine volle Übereinstimmung mit den vom Bundeskanzler dargelegten Wünschen nach einer Wiedervereinigung in Freiheit.

Die Alliierte Kommandantur verzichtet durch BK/L (53) 46 wieder auf die Genehmigung öffentlicher Kundgebungen, möchte sie jedoch nach wie vor in der Nähe der Sektorengrenze vermieden sehen. Die Kommandanten äußern sich anerkennend über die Leistungen der Berliner Polizei und der beteiligten Landesbehörden. Beiden sei es gelungen, "in den letzten schwierigen Tagen die Ordnung aufrechtzuerhalten" und eine Verschlimmerung der Lage zu vermeiden.

Der gegenwärtig den Vorsitz in der Alliierten Kommandantur führende französische Stadtkommandant, General Manceaux-Demiau, äußert in einer Unterredung mit dem sowjetischen Stadtkommandanten, Generalmajor Dibrowa, den Wunsch, die Lebensbedingungen im sowjetischen Sektor Berlins im Interesse der Berliner Bevölkerung so schnell wie möglich zu normalisieren.

Der britische Stadtkommandant, Generalmajor Coleman, protestiert in einem Schreiben an den sowjetischen Stadtkommandanten, Generalmajor Dibrowa, gegen die Erschießung des West-Berliner Jugendlichen Wolfgang Rohling durch Volkspolizisten.

Nachdem verschiedene Kirchenführer schon unmittelbar nach dem 17. Juni schriftlich und mündlich bei sowjetischen Stellen in Berlin "für Taten der Versöhnung und des Friedens eingetreten waren", richtet die Konferenz der evangelischen Kirchenleitungen in der "DDR" einen gemeinsamen Appell an den sowjetischen Hohen Kommissar, Botschafter Semjonow, der noch immer laufenden Verhaftungswelle Einhalt zu gebieten. Sie sehe hierin die große Gefahr, daß, statt zum äußeren und inneren Frieden zu gelangen, neue Verbitterung und Feindschaft im deutschen Volk entsteht. "Wir wollen nicht verhehlen, daß wir als evangelische Christen für die Anliegen der Arbeiterschaft, wie sie am 17. Juni d. J. in der DDR zutage getreten sind, ein tiefes menschliches Verstehen haben und deshalb nicht glauben können, daß mit beschwichtigenden Erklärungen und halben Maßnahmen echte Befriedung zu erreichen sein wird." Eine Erfüllung der Bitte um Freilassung der Verhafteten würde als ein erster, guter Beitrag zur Entspannung der Lage erscheinen.

Das sowjetzonale "Staatssekretariat für Hochschulwesen" verpflichtet in der "Anordnung über die Erfassung der Bestände des ehemaligen Zeughauses zu Berlin" alle Museen, wissenschaftlichen Einrichtungen, staatlichen Stellen und Privatpersonen, auch außerhalb der "DDR", die Gegenstände des ehemaligen Zeughauses in Besitz haben, diese beim neueingerichteten Ost-Berliner "Museum für Deutsche Geschichte" anzumelden und auf Verlangen abzuliefern.

Die Treuhandstelle für den Interzonenhandel und das sowjetzonale Ministerium für außen- und innerdeutschen Handel vereinbaren eine Erhöhung des Swings im Interzonenhandel um 20 Millionen Verrechnungseinheiten.

Der Magistrat des sowjetischen Sektors hebt die "Verordnung zur Sicherung der landwirtschaftlichen Produktion und der Versorgung der Bevölkerung" vom 15. April 1953 wieder auf. Gleichzeitig wird angeordnet, den rückkehrenden Flüchtlingen die landwirtschaftlichen Betriebe zurückzugeben oder entsprechenden Ersatz zu leisten.
Auch verfügt er die ersatzlose Aufhebung der "Verordnung zur Sicherung von Vermögenswerten" mit allen inzwischen erlassenen Durchführungsbestimmungen.

Das Ost-Berliner Präsidium der Volkspolizei gibt bekannt, daß auch Grenzgänger aus den Randgebieten Berlins Passierscheine zur Wiederaufnahme der Arbeit in den Westsektoren erhalten können.

Der Vorstand der IG Bau-Steine-Erden im DGB fordert vom britischen und französischen Stadtkommandanten das Verbot des in ihren Sektoren noch zugelassenen FDGB, da er alle von sowjetischen Behörden gegenwärtig in Ost-Berlin durchgeführten Maßnahmen befürworte und deshalb das Recht verwirkt habe, als Organisation der Arbeitnehmer zu gelten.

Die Reichsbahndirektion Berlin nimmt den durchgehenden S-Bahnverkehr zwischen den im französischen Sektor gelegenen Bahnhöfen Gesundbrunnen und Frohnau sowie Heiligensee wieder auf; dabei werden zwei Bahnhöfe im sowjetischen Sektor ohne Halt durchfahren.

Nach mehrtägiger, durch die gegenwärtige Sperre der Sektorengrenze bedingter Pause geben die Behörden des sowjetischen Besatzungsgebiets wieder abgestempelte Warenbegleitscheine für Interzonen-Transporte zurück.

1954

103. (Ordentliche) Sitzung des Abgeordnetenhauses von Berlin.
Gesundheitssenator Dr. Conrad bestätigt in der Beantwortung einer Dringlichkeitsanfrage aller drei Fraktionen, daß die Bundesregierung vom Senat die Rückgabe der vier ehemals reichseigenen Krankenhäusern bzw. die Zahlung einer Nutzungsentschädigung verlangt; es handelt sich dabei um das Behring-Krankenhaus im Bezirk Zehlendorf, das Wenckebach-Krankenhaus im Bezirk Tempelhof sowie das Waldkrankenhaus Frohnau und das Humboldt-Krankenhaus im Bezirk Reinickendorf. Sie waren nach 1945 aus früheren, im Krieg stark beschädigten Wehrmachtslazaretten wiederaufgebaut worden, wofür Berlin erhebliche Mittel aufgebracht hatte.
Der Senat beabsichtigt jedoch, in Verhandlungen mit der Bundesregierung das Eigentum Berlins an den weiter dringend benötigten Krankenanstalten zu erhalten.

Der Senator für Verkehr und Betriebe, Ullmann, erklärt in Beantwortung einer Dringlichkeitsanfrage der SPD, daß er mit der Berliner Vertretung der Bundesbahn Verhandlungen aufgenommen habe, um zu prüfen, ob Erträge des von der Bundesbahn verwalteten ehemaligen Reichsbahnvermögens zur Instandsetzung West-Berliner S-Bahnhöfe verwendet werden könnten.

Das Abgeordnetenhaus übernimmt das vom Bundestag bereits am 27. September 1950 beschlossene "Gesetz über die Zusammenarbeit des Bundes und der Länder in Angelegenheiten des Verfassungsschutzes", das Bund und Länder zur Zusammenarbeit in Angelegenheiten des Verfassungsschutzes verpflichtet und den Ländern jeweils die Errichtung einer Behörde zur Bearbeitung dieser Angelegenheiten vorschreibt. Zur Koordinierung der Arbeit hat der Bund inzwischen ein dem Innenminister unterstelltes Bundesamt für Verfassungsschutz gebildet, das Auskünfte, Nachrichten und sonstige Unterlagen über Bestrebungen zur Aufhebung, Änderung und Störung der verfassungsmäßigen Ordnung oder zur ungesetzlichen Beeinträchtigung der Amtsführung von Mitgliedern verfassungsmäßiger Organe des Bundes oder eines Landes zu sammeln und auszuwerten hat. Polizeiliche oder Kontrollbefugnisse übt das Bundesamt, das auch keiner polizeilichen Dienststelle angegliedert werden darf, nicht aus. Die Bundesregierung kann den obersten Landesbehörden bei einem Angriff auf die verfassungsmäßige Ordnung des Bundes die für die Zusammenarbeit erforderlichen Weisungen erteilen.
Obwohl die Alliierte Kommandantur der Übernahme des Gesetzes jahrelang nicht zustimmte, arbeitete das Berliner Landesamt für Verfassungsschutz seit seinem Bestehen mit dem Bundesamt nach Maßgabe des Gesetzes zusammen.

Auf Antrag der SPD wird der Senat beauftragt, bei der Errichtung von Schulneubauten im Bauprogramm ausreichend Turnhallen und Spielplätze vorzusehen. Die Turnhallen sollen ausschließlich von Schulen und Sportvereinen genutzt werden; von einer Verwendung als Schulaula ist grundsätzlich abzusehen.

Auf Antrag der CDU und FDP wird der Senat beauftragt, den Entwurf einer Verordnung über die Wiedereinführung der seit dem 3. Oktober 1945 in Berlin verbotenen Untermieterzuschläge vorzulegen. Ferner soll in der Vorlage die Umlage der Wasserkosten auf die Mieter neu geregelt werden.

Mit den Stimmen der CDU und FDP beschließt das Abgeordnetenhaus das Berliner "Gesetz zur Ausführung des Reichsgesetzes für Jugendwohlfahrt", nach dem in jedem Bezirk ein selbständiges Jugendamt aus dem Jugendwohlfahrtsausschuß und der Abteilung Jugend des Bezirksamtes zu errichten ist. Der Jugendwohlfahrtsausschuß stellt zugleich die Deputation für das Jugendwesen dar und besteht aus 15 stimmberechtigten Mitgliedern, dem für das Jugendwesen zuständigen Bezirksamtsmitglied als Leiter, acht Bezirksverordneten und je drei Mitgliedern der bezirklichen Jugendverbände sowie der freien Vereinigungen der Jugendwohlfahrt und acht nicht stimmberechtigten Mitgliedern (darunter Vertreter der Religionsgemeinschaften und der Lehrerschaft, der Vormundschaftsrichter und der Abteilung Gesundheitswesen). Der Jugendwohlfahrtsausschuß befaßt sich anregend und fördernd mit den Aufgaben der Jugendhilfe und entscheidet über wichtige Fragen seines Zuständigkeitsbereiches. Analog der bezirklichen Gliederung des Jugendamtes wird für Berlin ein Landesjugendamt, bestehend aus Landesjugendwohlfahrtsausschuß und der Verwaltung des Jugendamtes, errichtet.

In mehreren West-Berliner Betrieben der Metallindustrie treten insgesamt rund 3000 Arbeiter nach Durchführung der hierzu erforderlichen Urabstimmungen in den Streik. Für weitere Betriebe werden Urabstimmungen angekündigt.

Delegiertenkonferenz des Stadtverbandes der Berliner CDU (Ost) im Volkshaus Weißensee.
Der Vorsitzende des Stadtverbandes, Reutter, bemängelt in seinem Rechenschaftsbericht die ungenügende Aktivität der Mitglieder in der politischen Arbeit. Es genüge nicht, sich mit Parteibeschlüssen einverstanden zu erklären, sondern alle Mitglieder müßten auch für ihre Verwirklichung arbeiten. Reutter bekennt sich zu einer Verstärkung der Zusammenarbeit mit den anderen "Block"-Parteien, gesteht aber ein, daß es auch in der CDU (Ost) manchmal noch ein "sektiererisches" Verhalten, vor allem bei "der Anerkennung der führenden Rolle der Partei der Arbeiterklasse", gebe. Diese "Schwäche" müsse überwunden werden.
Der Rechenschaftsbericht verweist weiter auf das Streben des Stadtverbandes, ein harmonisches Zusammenwirken von Staat und Religionsgemeinschaften zu gewährleisten. So habe sich der Stadtverband mit Erfolg dafür eingesetzt, daß die Verpflegungssätze in den konfessionellen Krankenhäusern erhöht wurden und die katholische Kirche ein eigenes Sonntagsblatt herausgeben könne.
Zum Abschluß der Delegiertenkonferenz wird der erste Vorsitzende, Max Reutter, bei nur einer Stimmenthaltung wiedergewählt. Sein Vertreter ist Franz Kühler, Org.-Leiter: Paul Schäfer, Schatzmeister: Kurt Hoffmann.

Die Abteilung Land- und Forstwirtschaft des Ost-Berliner Magistrats erklärt die Müggelberge und die Wälder zwischen dem Großen Müggelsee und dem Langen See im Bezirk Köpenick zu Landschaftsschutzgebieten.

1955

Der Regierende Bürgermeister Prof. Suhr gibt auf einer Pressekonferenz bekannt, daß entgegen Ost-Berliner Verlautbarungen in den letzten Wochen bereits technische Gespräche zwischen Sachverständigen der Verwaltungen in beiden Teilen der Stadt stattfanden, die in naher Zukunft noch intensiviert werden müßten. Er lehne es allerdings ab, sich mit "Herrn Ebert" an einen Tisch zu setzen, denn nach wie vor gelte die vom Abgeordnetenhaus ausgeübte Gesetzgebung für ganz Berlin und werde nur durch höhere Gewalt in ihrer Wirksamkeit für den Ostsektor behindert. Es sei daher nicht vertretbar, daß er als Regierungschef mit einem Vertreter verhandele, der nicht rechtmäßig die Verwaltung in Ost-Berlin übernommen habe.

Senat und Abgeordnetenhaus verleihen dem früheren Bezirks- und Stadtverordneten Richard Draemert (SPD) an seinem 75. Geburtstag die Würde eines Stadtältesten.

Der Ost-Berliner Magistrat bestimmt entsprechend einer DDR-Verordnung vom 3. Februar (GBl. DDR 1955, S. 128 f.) - in einer Verordnung die "Festsetzung von Ordnungsstrafen und die Durchführung des Ordnungsstrafverfahrens", deren Notwendigkeit sich aus dem Tenor der neueren Gesetzgebung ergebe, leichte Rechtsverstöße durch Ordnungsstrafen zu ahnden. Sie können vom Oberbürgermeister, von den Vorsitzenden der Räte der Stadtbezirke und ihren Stellvertretern durch Bescheid in Form von Geldstrafen von 5 bis 500 DM, ausnahmsweise bis zu 1000 DM, verhängt werden. Vorher ist der Betroffene jedoch mündlich oder schriftlich zu hören; Beschwerde beim jeweils übergeordneten "staatlichen Organ" ist zulässig. Der Betroffene hat die Gebühren (bis zu 5 % der Strafe) und die Auslagen des Verfahrens zu tragen. Ihre Verhängung schließt allerdings eine gerichtliche Bestrafung der gleichen Handlung als Verbrechen nicht aus.

In der "Verordnung zur Ergänzung der Verordnung über das Berliner Stadtkontor" ordnet der Magistrat an, daß Geldforderungen aus Leistungen und Warenlieferungen im Bereich der "sozialistischen" und privaten Wirtschaft grundsätzlich nur bargeldlos über die Kreditinstitute zu verrechnen sind. Insoweit als hierfür in der DDR Ausführungsbestimmungen durch die Deutsche Notenbank ergehen, werden sie für den "demokratischen Sektor" für gültig erklärt.

1955

V. Internationale Filmfestspiele in Berlin.
Bei der Eröffnung in der "Filmbühne Wien" überreicht Bundesinnenminister Dr. Schröder die Bundesfilmpreise 1955.
Mit Filmbändern in Gold und Silber werden prämiiert:
der Spielfilm "Canaris",
der abendfüllende Farb-Kulturfilm "Im Schatten des Karakorum",
der Schwarz-Weiß-Kulturfilm "Zimmerleute des Waldes",
der Farb-Kulturfilm "Eine Melodie - vier Maler",
der Drehbuchautor Herbert Reinecker ("Canaris"),
der Regisseur Alfred Weidenmann ("Canaris"),
der Hauptdarsteller O. W. Fischer ("Ludwig II."),
die Hauptdarstellerin Therese Giehse ("Kinder, Mütter und ein General"),
der Kameramann Göran Strindberg ("Herr über Leben und Tod", "Die Ratten"),
der Kameramann Wolf Hart ("Der Strom führt Eis").
Preise für die besten Nebenrollen erhalten Marianne Koch ("Des Teufels General") und Martin Held ("Canaris"). Außerdem wird Dr. Otto Domnick eine "lobende Anerkennung" für seinen Kulturfilm "Willi Baumeister" ausgesprochen.
Einzelne Bundesfilmpreise sind in diesem Jahr erstmalig mit Geldpreisen versehen.

Zum Abschluß der Filmfestspiele, an denen sich in diesem Jahr 29 Länder mit 27 Spielfilmen, 4 abendfüllenden Dokumentarfilmen und 60 kürzeren Kultur- und Dokumentarfilmen beteiligen, verleiht Volksbildungssenator Prof. Tiburtius nach dem Ergebnis der Publikumsabstimmungen Goldene, Silberne und Bronzene Bären
für die Spielfilme: "Die Ratten" (Deutschland), "Marcelino, Pan y Vino" (Spanien), "Carmen Jones" (USA),
für die Dokumentarfilme: "The Vanishing Prairie" (USA), "Continente Perduto" (Italien), "Im Schatten des Karakorum" (Deutschland), und
für die Kurzfilme: "Zimmerleute des Waldes" (Deutschland), "Siam" (USA), "Pantomimes" (Frankreich).
Die Filmfestspiele sind wieder begleitet von einer Fülle von Sonderveranstaltungen, Empfängen und Podiumsdiskussionen sowie einer Rückschau "60 Jahre Film" im Filmklub des British Centre.

1956

Vor nur rund 60 000 Zuschauern schlägt im Berliner Olympiastadion im Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft des Jahres 1956 Borussia Dortmund den Karlruher SC mit 4 : 2.
Vorher hatte im Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft der Amateure die Spvgg. Neu-Isenburg den VfB Speldorf mit 3 : 2 bezwungen.

1957

136. (Ordentliche) Sitzung des Senats von Berlin.
Der Senat genehmigt die Bilanz und Jahreserfolgsrechnung des Jahres 1955 der BVG, die bei Einnahmen aus dem Verkehr von insgesamt 114,94 Mill. DM davon Straßenbahn 52,03 Mill. DM, U-Bahn 21,58 Mill. DM, Autobus 29,09 Mill. DM, Obus 2,17 Mill. DM und Schiffahrt 52,797 DM einen Verlust von 12,651 Mill. DM aufweisen.

1958

40. (Ordentliche) Sitzung des Senats von Berlin.
Der Senat beschließt im Grundsatz, den 10. Jahrestag der Beendigung der Luftbrücke am 12. Mai 1959 feierlich zu begehen und bis dahin zu einer öffentlichen Geldsammlung unter der Bezeichnung "Luftbrückendank" aufzurufen, deren Erlös im wesentlichen zur Förderung von Angehörigen der Opfer der Luftbrücke verwendet werden soll.

1959

Die Bezirksverordnetenversammlung von Neukölln wählt den bisherigen Volksbildungsstadtrat Gerhard Lasson zum neuen Bezirksbürgermeister.

1959

Die Bezirksverordnetenversammlung von Neukölln wählt den bisherigen Volksbildungsstadtrat Gerhard Lasson zum neuen Bezirksbürgermeister.

1960

X. Internationale Filmfestspiele Berlin 1960.
Mit drei Veranstaltungen - in der Kongreßhalle, in der Film-Bühne Wien und im Neuköllner Europa-Palast - wird die diesjährige "Berlinale" eröffnet, an der sich 39 Länder und die Vereinten Nationen mit 24 Spielfilmen, 4 langen Dokumentarfilmen und 51 kurzen Spielfilmen beteiligen; 20 weitere Länder sind durch Delegierte oder Beobachter vertreten.

In Vertretung von Bundesinnenminister Schröder überreicht sein Staatssekretär Anders am 26. Juni im Konzertsaal der Hochschule für Musik die Bundesfilmpreise 1960. Dabei werden ausgezeichnet

Am Schlußtag der Festspiele überreicht Volksbildungssenator Tiburtius, nach der Uraufführung von Helmut Käutners "Das Glas Wasser", Produzenten Regisseuren und Darstellern die ihnen von der Internationalen Jury unter dem Vorsitz von Johannes Eckardt und dem amerikanischen Filmkomiker Harold Lloyd zuerkannten Preise. Es erhalten
  • den Goldenen Bären
    der Spielfilm "Der Schelm von Salamanca" (Spanien),
    der Dokumentarfilm "Symphonie der Tropen" (Niederlande),
    der Kulturfilm "Der Traum der wilden Pferde" (Frankreich),
  • den Silbernen Bären
    Jean-Luc Godard als bester Regisseur für "Außer Atem" (Frankreich),
    Juliette Mayniel als beste Schauspielerin für "Kirmes" (Deutschland),
    Frederic March als bester Schauspieler für "Wer den Wind sät" (USA),
    der französische Spielfilm "Liebesspiele", die Kulturfilme "Der Spielverderber" (Deutschland), "Die Alten" (Italien) und "Zeitung" (Argentinien).
  • Lobende Erwähnungen erhalten
    der Dokumentarfilm "Mandara-Zauber der schwarzen Wildnis" (Schweiz),
    die Kulturfilme "Hafen-Rhythmus" (Deutschland) und "Austria Gloriösa" (Österreich).
Auch der Preis des Internationalen Filmkomitees für Unterricht und Kultur fällt an "Der Schelm von Salamanca" (Spanien). Die Preise des Internationalen Katholischen Filmbüros und des Internationalen Filmjournalisten-Verbandes erhält "Zorniges Schweigen" (England).

Wie in den vergangenen Jahren sind die Festspiele wieder von einer Reihe von Rahmenveranstaltungen begleitet - "Ganz Berlin in der Waldbühne", "Festspiel-Revue" in der Deutschlandhalle, Film-Renntag auf der Trabrennbahn Mariendorf ("Stars im Sulky"), Blumenkorso, der Internationale Filmball u. a. m. -, finden Tagungen und Kongresse statt, wie die des Internationalen Filmproduzentenverbandes, der 33 deutschen Gilde-Theater, des Zentralverbandes der Deutschen Filmtheater, des Länderausschusses Filmwirtschaft mit den Filmreferenten des Bundes und der Länder.

1960

Im Rahmen der 600-Jahrfeier des Bezirks Neukölln wird Johannes Fest (CDU) - Bezirksverordneter in Lichtenberg 1925-1933 und in Neukölln von 1948-1950 sowie von 1959 bis heute und Mitglied des Abgeordnetenhauses von 1951-1958 - zum Stadtältesten von Berlin ernannt.
Der Regierende Bürgermeister Brandt betont in seiner kurzen Würdigung, daß es hier weniger darauf ankomme, kommunalpolitisches Wirken und verdienstvolle Pflichterfüllung, als vielmehr einen aufrechten Demokraten zu ehren, der der Jugend als Vorbild hingestellt werden müsse.

1960

Die Nordwestdeutsche Gesellschaft für Chirurgie (Sitz in Hamburg) tagt erstmalig in Ost-Berlin. Auf ihrer 85. Sitzung treffen sich ihre Mitglieder unter Vorsitz des Direktors der Chirurgischen Universitätsklinik, Felix, in der Charite, wo namhafte Kollegen aus der Bundesrepublik, der DDR und Italien in 28 Vorträgen eine Übersicht über den derzeitigen Stand in diesem Fachbereich vermitteln.

1960

600 Jahre Neukölln.
Den Auftakt der mehrere Tage dauernden Feierlichkeiten bildet eine Veranstaltung im Europa-Palast in der Hermannstraße, die zugleich als eine der drei parallel durchgeführten Eröffnungsfeiern der Filmfestspiele gilt, und bei der Bezirksbürgermeister Lasson in seinen Begrüßungsworten, nicht ohne Stolz bemerkt, daß zwei Jubiläen, das sechshundertjährige Neukölln und das zehnjährige der "Berlinale", begangen werden können im größten Kino mit mehr als 2000 Plätzen, in der bevölkerungsreichsten Straße und mit 285 000 Einwohnern im bevölkerungsreichsten Bezirk der Stadt.
Die Bezirksverordnetenversammlung gedenkt des Jubiläums mit Ansprachen ihres Vorstehers Etzkorn und von Bürgermeister Lasson in einer Festsitzung am 25. Juni, die über Lautsprecher auf den Platz vor dem Rathaus übertragen wird.
Am Morgen des 26. Juni überbringt auf einem Festakt im Europa-Palast der Regierende Bürgermeister Brandt dem Bezirk Grüße und Glückwünsche des Senats, anschließend hält der Historiker Hans Herzfeld (Freie Universität) den Vortrag über die Geschichte Neuköllns.
Höhepunkt der Jubiläumsfeiern ist am Nachmittag des gleichen Tages der von Bürgermeister Lasson angeführte drei Kilometer lange Festumzug mit 5000 Teilnehmern, der die geschichtliche Entwicklung dieses Bezirks von der Gründung durch die Ritter des Johanniter-Ordens, über das Bauernleben im Dreißigjährigen Krieg, den Einzug der Böhmen bis zur Gegenwart darzustellen sucht. 150 000 Menschen säumen die Straßen.
Am 27. Juni wird in allen Neuköllner Schulen des Jubiläums gedacht; dreizehn von ihnen stellen Schularbeiten zum Thema "600 Jahre Neukölln" aus.
Während der Festtage gibt es noch zahlreiche Platzkonzerte und eine Fülle sonstiger Veranstaltungen öffentlicher und privater Institutionen, Organisationen und Vereine. Bis zum 10. Juli ist in der Hasenheide ein großer Vergnügungspark geöffnet.

Den sozusagen internen Festivitäten folgt vom 30. Juni an noch die viertägige "Jumelage", an der mehr als 700 Gäste aus den mit Neukölln befreundeten Gemeinden Boulogne-Billancourt (Paris), Hammersmith (London), Zaandam (Amsterdam) und Anderlecht (Brüssel) teilnehmen, die, meist bei Neuköllner Familien untergebracht, sich mit den Verhältnissen des Bezirks und Berlins in Begegnungen privater und offizieller Natur vertraut machen und im Rathaus Schöneberg vom Regierenden Bürgermeister Brandt sowie in einem Neuköllner Jugendheim von Senatorin Ella Kay empfangen werden.
Im Rathaus Neukölln werden in einer kleinen Feierstunde die Wappen der fünf Brüderschaftsstädte im Beisein ihrer Bürgermeister enthüllt.

1960

Im Rahmen der 600-Jahrfeier des Bezirks Neukölln wird Johannes Fest (CDU) - Bezirksverordneter in Lichtenberg 1925-1933 und in Neukölln von 1948-1950 sowie von 1959 bis heute und Mitglied des Abgeordnetenhauses von 1951-1958 - zum Stadtältesten von Berlin ernannt.
Der Regierende Bürgermeister Brandt betont in seiner kurzen Würdigung, daß es hier weniger darauf ankomme, kommunalpolitisches Wirken und verdienstvolle Pflichterfüllung, als vielmehr einen aufrechten Demokraten zu ehren, der der Jugend als Vorbild hingestellt werden müsse.

1960

Die Nordwestdeutsche Gesellschaft für Chirurgie (Sitz in Hamburg) tagt erstmalig in Ost-Berlin. Auf ihrer 85. Sitzung treffen sich ihre Mitglieder unter Vorsitz des Direktors der Chirurgischen Universitätsklinik, Felix, in der Charite, wo namhafte Kollegen aus der Bundesrepublik, der DDR und Italien in 28 Vorträgen eine Übersicht über den derzeitigen Stand in diesem Fachbereich vermitteln.

1960

600 Jahre Neukölln.
Den Auftakt der mehrere Tage dauernden Feierlichkeiten bildet eine Veranstaltung im Europa-Palast in der Hermannstraße, die zugleich als eine der drei parallel durchgeführten Eröffnungsfeiern der Filmfestspiele gilt, und bei der Bezirksbürgermeister Lasson in seinen Begrüßungsworten, nicht ohne Stolz bemerkt, daß zwei Jubiläen, das sechshundertjährige Neukölln und das zehnjährige der "Berlinale", begangen werden können im größten Kino mit mehr als 2000 Plätzen, in der bevölkerungsreichsten Straße und mit 285 000 Einwohnern im bevölkerungsreichsten Bezirk der Stadt.
Die Bezirksverordnetenversammlung gedenkt des Jubiläums mit Ansprachen ihres Vorstehers Etzkorn und von Bürgermeister Lasson in einer Festsitzung am 25. Juni, die über Lautsprecher auf den Platz vor dem Rathaus übertragen wird.
Am Morgen des 26. Juni überbringt auf einem Festakt im Europa-Palast der Regierende Bürgermeister Brandt dem Bezirk Grüße und Glückwünsche des Senats, anschließend hält der Historiker Hans Herzfeld (Freie Universität) den Vortrag über die Geschichte Neuköllns.
Höhepunkt der Jubiläumsfeiern ist am Nachmittag des gleichen Tages der von Bürgermeister Lasson angeführte drei Kilometer lange Festumzug mit 5000 Teilnehmern, der die geschichtliche Entwicklung dieses Bezirks von der Gründung durch die Ritter des Johanniter-Ordens, über das Bauernleben im Dreißigjährigen Krieg, den Einzug der Böhmen bis zur Gegenwart darzustellen sucht. 150 000 Menschen säumen die Straßen.
Am 27. Juni wird in allen Neuköllner Schulen des Jubiläums gedacht; dreizehn von ihnen stellen Schularbeiten zum Thema "600 Jahre Neukölln" aus.
Während der Festtage gibt es noch zahlreiche Platzkonzerte und eine Fülle sonstiger Veranstaltungen öffentlicher und privater Institutionen, Organisationen und Vereine. Bis zum 10. Juli ist in der Hasenheide ein großer Vergnügungspark geöffnet.

Den sozusagen internen Festivitäten folgt vom 30. Juni an noch die viertägige "Jumelage", an der mehr als 700 Gäste aus den mit Neukölln befreundeten Gemeinden Boulogne-Billancourt (Paris), Hammersmith (London), Zaandam (Amsterdam) und Anderlecht (Brüssel) teilnehmen, die, meist bei Neuköllner Familien untergebracht, sich mit den Verhältnissen des Bezirks und Berlins in Begegnungen privater und offizieller Natur vertraut machen und im Rathaus Schöneberg vom Regierenden Bürgermeister Brandt sowie in einem Neuköllner Jugendheim von Senatorin Ella Kay empfangen werden.
Im Rathaus Neukölln werden in einer kleinen Feierstunde die Wappen der fünf Brüderschaftsstädte im Beisein ihrer Bürgermeister enthüllt.

1960

X. Internationale Filmfestspiele Berlin 1960.
Mit drei Veranstaltungen - in der Kongreßhalle, in der Film-Bühne Wien und im Neuköllner Europa-Palast - wird die diesjährige "Berlinale" eröffnet, an der sich 39 Länder und die Vereinten Nationen mit 24 Spielfilmen, 4 langen Dokumentarfilmen und 51 kurzen Spielfilmen beteiligen; 20 weitere Länder sind durch Delegierte oder Beobachter vertreten.

In Vertretung von Bundesinnenminister Schröder überreicht sein Staatssekretär Anders am 26. Juni im Konzertsaal der Hochschule für Musik die Bundesfilmpreise 1960. Dabei werden ausgezeichnet

Am Schlußtag der Festspiele überreicht Volksbildungssenator Tiburtius, nach der Uraufführung von Helmut Käutners "Das Glas Wasser", Produzenten Regisseuren und Darstellern die ihnen von der Internationalen Jury unter dem Vorsitz von Johannes Eckardt und dem amerikanischen Filmkomiker Harold Lloyd zuerkannten Preise. Es erhalten
  • den Goldenen Bären
    der Spielfilm "Der Schelm von Salamanca" (Spanien),
    der Dokumentarfilm "Symphonie der Tropen" (Niederlande),
    der Kulturfilm "Der Traum der wilden Pferde" (Frankreich),
  • den Silbernen Bären
    Jean-Luc Godard als bester Regisseur für "Außer Atem" (Frankreich),
    Juliette Mayniel als beste Schauspielerin für "Kirmes" (Deutschland),
    Frederic March als bester Schauspieler für "Wer den Wind sät" (USA),
    der französische Spielfilm "Liebesspiele", die Kulturfilme "Der Spielverderber" (Deutschland), "Die Alten" (Italien) und "Zeitung" (Argentinien).
  • Lobende Erwähnungen erhalten
    der Dokumentarfilm "Mandara-Zauber der schwarzen Wildnis" (Schweiz),
    die Kulturfilme "Hafen-Rhythmus" (Deutschland) und "Austria Gloriösa" (Österreich).
Auch der Preis des Internationalen Filmkomitees für Unterricht und Kultur fällt an "Der Schelm von Salamanca" (Spanien). Die Preise des Internationalen Katholischen Filmbüros und des Internationalen Filmjournalisten-Verbandes erhält "Zorniges Schweigen" (England).

Wie in den vergangenen Jahren sind die Festspiele wieder von einer Reihe von Rahmenveranstaltungen begleitet - "Ganz Berlin in der Waldbühne", "Festspiel-Revue" in der Deutschlandhalle, Film-Renntag auf der Trabrennbahn Mariendorf ("Stars im Sulky"), Blumenkorso, der Internationale Filmball u. a. m. -, finden Tagungen und Kongresse statt, wie die des Internationalen Filmproduzentenverbandes, der 33 deutschen Gilde-Theater, des Zentralverbandes der Deutschen Filmtheater, des Länderausschusses Filmwirtschaft mit den Filmreferenten des Bundes und der Länder.

1962

Zum 40. Jahrestag der Ermordung durch Rechtsradikale Enthüllung einer Gedenktafel für den "weitsichtigen Außenpolitiker und Unterzeichner des Vertrages von Rapallo", Walther Rathenau, an seiner Grabstelle auf dem Waldfriedhof Wuhlheide im Bezirk Köpenick in Anwesenheit von DDR-Außenminister Bolz und LDP-Generalsekretär Gerlach.

1963

Die Synode der Ev. Kirche der Union (EKU) muß an zwei verschiedenen Tagungsorten stattfinden, nachdem DDR-Grenzposten 40 westdeutsche Synodale zurückgewiesen hatten, die daraufhin mit ihren elf West-Berliner Kollegen im Ev. Konsistorium in der Charlottenburger Jebensstraße zusammentreten, während die 58 Vertreter aus Ost-Berlin und aus der DDR sich, wie vorgesehen, im Stoecker-Stift im Bezirk Weißensee treffen. Trotz der getrennten Beratungen gelangen die Synodalen unter Leitung des EKU-Vorsitzenden und Präses der Rheinischen Landeskirche, Beckmann (Düsseldorf) bzw. von Präses Kreyssig (Magdeburg) in allen Fragen - Ordnung für Synodaltagungen in besonderen Fällen, Lehrbeanstandungsordnung, Agende II (Konfirmation, Trauung, Ordination etc.) - zu übereinstimmenden Entschließungen. Ein gemeinsames Abschlußkommuniqud läßt keinen Zweifel an der Entschlossenheit der Synodalen, an der Einheit ihrer Organisation festzuhalten. Daneben protestieren die westlichen Synodalen in einem Telegramm an DDR-Partei- und Staatschef Ulbricht gegen die Einreiseverweigerung als eines "schweren Eingriffs in die durch die Verfassung anerkannte Freiheit der Kirche, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln". Des weiteren weisen sie die von den DDR-Organen angeführte Begründung, die EKU habe sich durch den Militärseelsorge-Vertrag selbst gespalten mit dem Bemerken zurück, daß die Synode damit überhaupt nicht befaßt gewesen sei.

1963

In der Kongreßhalle beraten die 285 Delegierten des 6. Gewerkschaftstages der IG Bau-Steine-Erden 219 Anträge und Entschließungen zu aktuellen Problemen der Gewerkschaftspolitik und zur Änderung der Satzung. Sie bestätigen Georg Leber als 1. Vorsitzenden und wählen Rudolf Sperner zum 2. Vorsitzenden als Nachfolger des aus Altersgründen nicht mehr kandidierenden Peter Hinrichs.

1964

Richtfest für das FU-Klinikum Steglitz, dessen Grundstein am 21. Oktober 1959 gelegt wurde, in Anwesenheit von Eleanor L. Dulles, Leiterin der Berlin-Abteilung im State Department, US-Stadtkommandant General Polk, Bundesschatzmiriister Dollinger, des Bundesbevollmächtigten Eckardt und des Regierenden Bürgermeisters Brandt.

1966

Auf der 17. Berlinale - beschickt mit 15 Spiel- und 21 Kurzfilmen aus 22 Ländern - erhalten von der Jury unter Vorsitz des französischen Produzenten Pierre Braunberger und seines deutschen Kollegen Franz Seitz Goldene Bären "Cul-de-Sac" ("Wenn Katelbach kommt") von Roman Polanski (Großbritannien) als bester Spielfilm, "Knud" von Jürgen Roos (Dänemark) als bester Kurzfilm; Silberne Bären Carlos Saura (Spanien) als bester Regisseur für "La Caza" ("Die Jagd"), Lola Albright (USA) als beste Schauspielerin in "Lord love a duck" ("Mollymauk, der Wunderknabe"), Jean-Pierre Leaud (Frankreich) als bester Schauspieler für seine Rolle in "Masculin - Feminin", Peter Schamoni als Regisseur für "Schonzeit für Füchse" (Bundesrepublik), Lars Passgard (Schweden) für seine Rolle in "Jakten" ("Die Verfolgung"). Am 26. Juni überreicht Staatssekretär Ernst vom Bundesinnenministerium in der Deutschen Oper die Bundesfilmpreise 1966. Dabei werden ausgezeichnet mit einem Filmband in Gold der Produzent (Franz Seitz Filmproduktion) für "Der junge Törless" als bester abendfüllender Spielfilm, der Produzent (TC Trickstudio Rudolf & Urchs OHG) für "Maschine" als bester Kurzfilm, als bester Regisseur und Drehbuchautor Volker Schlöndorff ("Der junge Törless"), als beste Hauptdarstellerin Sabine Sinjen ("Es"), als beste weibliche Nebenrolle Edda Seippel ("Schonzeit für Füchse"), als bester Nachwuchsschauspieler Bruno Dietrich ("Es"), als bester Kameramann Gerard Vandenberg ("Es"), als bester Filmarchitekt Otto Pischinger ("Hokuspokus"), für die beste Filmmusik Hans Possega ("Schonzeit für Füchse"). Für ihr langjähriges und erfolgreiches Wirken im deutschen Film erhalten Elsa Wagner, Willy Birgel, Siegfried Arno, Sepp Allgeier, Fritz Kortner und Walter Rilla ebenfalls je ein Filmband in Gold.

1968

Bezirksbürgermeister Mattis übergibt im alten Weddinger Rathaus den zu einem Ausstellungs- und Verwaltungsraum umgestalteten und nach Walter Rathenau benannten Saal, der früher der Bezirksverordnetenversammlung als Tagungsort diente, seiner Bestimmung. Den vor genau 46 Jahren von Rechtsradikalen ermordeten Reichsaußenminister und früheren AEG-Chef würdigt der Historiker Georg Kotowski (FU Berlin).

1969

Der Senat beschließt in seiner 80. Sitzung, daß das Kongreßzentrum am Messedamm von einem noch zu bestimmenden Bauträger auf dessen Rechnung mit grob geschätzten Gesamtkosten von 120 Millionen DM errichtet werden soll. (Vgl. 22. April.)

1970

Ost-Berlins Oberbürgermeister Herbert Fechner und Warschaus Oberbürgermeister Jerzy Majewski unterzeichnen im Berliner Rathaus eine Freundschaftsvereinbarung über die Zusammenarbeit beider Städte.

In West-Berlin wird die sogenannte Bildtonplatte als neues audiovisuelles Medium vorgestellt. Sie ermöglicht das Abspielen von Schwarzweißfilmen. Die Wiedergabe erfolgt über Fernsehbildschirme. Etwa ab 1972 soll die Bildtonplatte im Handel erhältlich sein.

1971

Die Volkskammer der DDR wählt auf ihrer 20. Tagung (5. Wahlperiode) den Ersten Sekretär des Zentralkomitees der SED, Erich Honecker, zum Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrats als Nachfolger von Walter Ulbricht. (Vgl. 3. Mai.)

Der Regierungschef des Königreichs Marokko, Ahmed Laraki, trägt sich im Schloß Charlottenburg, wo er vom Regierenden Bürgermeister Klaus Schütz empfangen wird, in das Goldene Buch der Stadt ein.

Nach jahrelangem Tauziehen verabschiedet das Abgeordnetenhaus in seiner 9. Sitzung (6. Wahlperiode) eine Bezirksverwaltungsreform. (Vgl. 22. Januar.) Das Dritte Gesetz zur Änderung des Bezirksverwaltungsgesetzes und anderer Gesetze schreibt die proportionale Beteiligung der bezirklichen Fraktionen an den Bezirksämtern fest. Verfassungsrechtliche Bedenken der F.D.P. gegen diese gesetzliche Verpflichtung werden von SPD und CDU zurückgewiesen. Die bezirklichen Deputationen werden abgeschafft und künftig durch Ausschüsse der Bezirksverordnetenversammlungen ersetzt. Die Verfassungsänderung, die zur Abschaffung der Deputationen erforderlich ist, wird einstimmig beschlossen (15. Gesetz zur Änderung der Verfassung von Berlin). Die Änderung des Bezirksverwaltungsgesetzes wird gegen die Stimmen der F.D.P. angenommen. Die Reform soll vom 1. Juli an wirksam werden. Die Bezirksämter können jedoch noch bis zum Ablauf der Wahlperiode auf Wunsch auch nach altem Recht gewählt werden.

1972

Der SPD-Bundesvorsitzende und Bundeskanzler Willy Brandt teilt in West-Berlin den Spitzengremien der SPD mit, er strebe gemeinsam mit Bundesaußenminister Walter Scheel für November 1972 vorgezogene Neuwahlen zum Deutschen Bundestag an. Damit soll die durch mehrere Parteiwechsler herbeigeführte Pattsituation im Bundestag beendet werden.

Anläßlich des 50. Jahrestags der Ermordung des liberalen Politikers Walther Rathenau veranstaltet die Berliner F.D.P. im Reichstagsgebäude eine Gedenkfeier. Am 24. Juni 1922 fiel der Reichsaußenminister rechtsradikalen Attentätern zum Opfer. Der F.D.P.-Bundesvorsitzende und Bundesaußenminister Walter Scheel sowie der Tübinger Politologe Theodor Eschenburg würdigen die Persönlichkeit und das Werk Rathenaus.
   Nach der Gedenkveranstaltung legen Scheel, der Regierende Bürgermeister Klaus Schütz und die West-Berliner Parteivorsitzenden Kränze am Rathenau-Gedenkstein in der Koenigsallee in Berlin-Grunewald nieder.

1973

Zum ersten Mal wird in der DDR der "Tag des Bauarbeiters" begangen. In Ost-Berlin treffen sich rund 50 000 Bauleute mit ihren Angehörigen im Kulturpark Treptow zu einem Volksfest, das von Oberbürgermeister Herbert Fechner eröffnet wird.
   Am Vortag fand in der Deutschen Staatsoper Unter den Linden eine Festveranstaltung des Ministerrats zum Tag des Bauarbeiters statt. Wolfgang Junker, Minister für Bauwesen, hielt die Festansprache.

1974

Die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in der DDR nimmt in Ost-Berlin in ihrem Dienstgebäude in der Hannoverschen Straße (Berlin-Mitte) ihre Arbeit auf. (Vgl. 2. Mai, 30. Mai, 20. Juni.) Vor dem fünfstöckigen Bürogebäude wird die Bundesflagge gehißt. Der Leiter der Ständigen Vertretung, Staatssekretär Günter Gaus, sagt vor Journalisten, es sei mit der DDR ausgehandelt worden, daß die Vertretung sowohl für Westdeutsche als auch für West-Berliner den vollen Konsularservice leiste.


   

1975

Mehr als 5 000 Zuschauer bejubeln in der Deutschlandhalle (Berlin-Charlottenburg) den Berufsboxer Eckhard Dagge bei seinem Europameisterschaftstriumph. Der Berliner zwingt den spanischen Titelverteidiger im Junior-Mittelgewicht, José Duran, in der neunten Runde zur Aufgabe.

1977

Die 27. Internationalen Filmfestspiele Berlin werden am 24. Juni im Filmtheater "Zoo-Palast" in Berlin-Charlottenburg eröffnet. Zum ersten Mal leitet Wolf Donner das Festival.
   Der internationale Wettbewerb, an dem sich 16 Länder mit 21 Filmen beteiligen, wird am 5. Juli mit der Überreichung der Goldenen und Silbernen Bären beendet. Einen Goldenen Bären als Großer Preis des Festivals erhält der Beitrag "Aufstieg" von Larissa Schepitko (Sowjetunion). Ein Silberner Bär als Spezialpreis der Jury geht an den Streifen "Der Teufel möglicherweise" von Robert Bresson (Frankreich), ein Silberner Bär für die beste Regie an Manuel Gutiérrez Aragón für seinen Film "Schwarze Brut" (Spanien), ein Silberner Bär für die beste Schauspielerin an Lily Tomlin in "Die Katze kennt den Mörder" (USA), ein Silberner Bär für den besten Schauspieler an Fernando Fernán Gómez in "Der Einsiedler" (Spanien/Frankreich). Silberne Bären gibt es auch für "Die Maurer" von Jorge Fons (Mexiko) und "Merkwürdige Rolle" von Pál Sándor (Ungarn). Der Kurzfilm "Ortsfremd ... wohnhaft vormals Mainzer Landstraße" von Hans Sachs und Hedda Rinneberg (Bundesrepublik Deutschland) wird mit einem Goldenen Bären ausgezeichnet. An die Kurzfilme "Etüde über eine Probe" von Evald Schorm (Tschechoslowakei) und "Phönix" von Petar Gligorovski (Jugoslawien) gehen Silberne Bären.
   Am 24. Juni überreicht der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Siegfried Fröhlich, in Vertretung von Bundesinnenminister Werner Maihofer in der West-Berliner Akademie der Künste die Bundesfilmpreise 1977. Zum ersten Mal werden die Preise nach den neuen Richtlinien vergeben. Somit stehen wesentlich mehr Mittel als bisher zur Verfügung. "Heinrich" (Produzent: Regina Ziegler, Regie: Helma Sanders-Brahms) erhält als bester programmfüllender Spielfilm die Goldene Schale und eine Prämie von 500 000 DM. Weitere programmfüllende Spielfilme erhalten jeweils ein Filmband in Silber und eine Prämie von 300 000 DM: "Das Brot des Bäckers" (Produzent: Artus, Regie: Erwin Keusch), "Die Eroberung der Zitadelle (Produzent: Scorpion Film, Regie: Bernhard Wicki), "Grete Minde (Produzent: Solaris/Eichinger, Regie: Heidi Genée), "Gruppenbild mit Dame" (Produzent: Stella/Cinema 77, Regie: Aleksandar Petrovi_), "Stunde Null" (Produzent und Regisseur: Edgar Reitz) und "Der Mädchenkrieg" (Produzent: Independent/ABS/Maran, Regie: Bernhard Sinkel und Alf Brustellin). Jeweils ein Filmband in Silber und eine Prämie von 100 000 DM gehen an "C'est la vie Rrose" (Produzent: Stenzel-Quast, Regie: Hans-Christof Stenzel) und "Wer will krank sein auf der Welt?" (Produzent und Regisseur: Maximiliane Mainka und Peter Schubert) als programmfüllende Filme ohne Spielhandlung. Als bester Kurzfilm wird "Ortsfremd ... wohnhaft vormals Mainzer Landstraße" (Produzent und Regisseur: Hans Sachs) mit einem Filmband in Gold und einer Prämie von 50 000 DM ausgezeichnet. Weitere Kurzfilme erhalten jeweils ein Filmband in Silber und eine Prämie von 30 000 DM: "Als wär's von Beckett" (Produzent und Regisseur: Lutz Mommartz), "Ellis Island" (Produzent und Regisseur: Ilona Grundmann) und "Der Persönlichkeitstest" (Produzent: Cinema 80 Spieker, Regie: Franz-Josef Spieker). Filmbänder in Gold werden vergeben für Regie an Volker Schlöndorff ("Der Fangschuss"), für Regie, Drehbuch und Musikdramaturgie an Hans-Christof Stenzel ("C'est la vie Rrose"), für Drehbuch an Helma Sanders-Brahms ("Heinrich"), für darstellerische Leistungen an Romy Schneider ("Gruppenbild mit Dame"), Bernd Tauber ("Das Brot des Bäckers") und Katherine Hunter ("Der Mädchenkrieg"), für Kameraführung an Igor Luther ("Die Eroberung der Zitadelle" und "Der Fangschuss") und Jörg Schmidt-Reitwein ("Herz aus Glas"), für Ausstattung an Hans Gailling und Karel Vacek ("Der Mädchenkrieg"). Bernd Tauber und Katherine Hunter erhalten jeweils ein Stipendium von 10 000 DM. Für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film werden mit Filmbändern in Gold geehrt: der Produzent Hans Abich, der Schauspieler O. W. Fischer, die Schauspielerin Hildegard Knef, der Komponist Hans-Martin Majewski, der Filmarchivar Paul Sauerlaender, die Schauspielerin Maria Schell und der Schauspieler Hans Söhnker.

1979

Mit einem Segelflugzeug flüchtet ein Mann aus der DDR nach West-Berlin. Die Landung erfolgt auf dem britischen Militärflugplatz Gatow.

1981

Die Alliierte Kommandantur untersagt mit BK/0(81)5 die Verwendung von "Präzisionsschleudern einschließlich Armstützen und vergleichbaren Vorrichtungen für diese Geräte", die künftig zur Liste der in Berlin verbotenen Waffen zählen. Anlaß für diese Maßnahme ist das bei gewalttätigen Demonstrationen häufig beobachtete Schießen mit Stahlkugeln aus Katapulten.

Die Bezirksverordnetenversammlung von Schöneberg wählt erneut Wilhelm Kabus (CDU) zum Bezirksbürgermeister.

1981

Neuseelands Premierminister Muldoon trifft den Regierenden Bürgermeister von Weizsäcker im Rathaus Schöneberg, trägt sich während eines Empfangs im Schloß Charlottenburg ins Goldene Buch ein, besucht mehrere Firmen, unternimmt eine Stadtrundfahrt und legt auf dem britischen Militärfriedhof an der Heerstraße einen Kranz nieder.

1982

Der Bundestag billigt in seiner 108. Sitzung ohne Aussprache den Gesetzentwurf des Bundesrates über die modifizierte Beibehaltung der Mietpreisbindung bis Ende 1989, der u. a. vorsieht Erhöhung der Grundmieten zum 1. Januar 1983 um 5 %und dannjeweils zu Beginn der folgenden Jahre um 4 %, Erhebung eines Zuschlages ab 1. Januar 1984, der sich nach dem Alter des Hauses und der Größe der Wohnung richtet und bis zu 5 % betragen kann. Dieser Gesetzentwurf bedeutet einen Kompromiß, auf den sich bei einem Gespräch in der Bonner Berlin-Vertretung am 27. Mai Bundeswohnungsbauminister Haack, die Senatoren Rastemborski und Blüm sowie Experten der Fraktionen von CDU, SPD und F.D.P. in Bundestag und Abgeordnetenhaus geeinigt hatten.

Das Abgeordnetenhaus verabschiedet auf seiner 25. Sitzung (9. Wahlperiode) die zweite Änderung des Berliner Hochschulgesetzes mit den Stimmen von CDU und F.D.P. gegen die von SPD und AL, das u. a. die Amtszeit der Universitätspräsidenten von sechs auf vier Jahre verkürzt, dem viertelparitätisch besetzten Konzil das Vorschlagsrecht für die Präsidentenwahl nimmt und auf den Akademischen Senat in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium überträgt, vorsieht, daß die Wahlen zum Akademischen Senat nicht mehr durch die Fachbereiche, sondern durch alle Universitätsangehörigen erfolgen, das Konzil von 170 auf nur noch 96 Mitglieder verkleinert, wobei es viertelparitätisch besetzt bleibt, allerdings die einzelnen Gruppen bei zu geringer Wahlbeteiligung Mandate verlieren können (Quorum), den Zugang zu den Fachhochschulen für Berufstätige ohne Hochschulreife öffnet, andererseits den Wechsel von den Fachhochschulen zu den Universitäten erschwert.

1986

Der vom Senat in seiner 53. Sitzung beschlossene und anschließend vom Regierenden Bürgermeister Diepgen vor der Presse erläuterte 14. Jahresbericht zur Praxis des Berliner Vier-Mächte-Abkommens verzeichnet u.a., im Berichtszeitraum vom 1. Juni 1985 bis zum 31. Mai 1986 rund 2,1 Mio. Besuche von West-Berlinern in der DDR und Ost-Berlin, was zwar etwa 19 % mehr seien als im Zeitraum 1984/85, doch noch immer 31% weniger als vor der Erhöhung des Zwangsumtausches im Oktober 1980, dessen Rücknahme der Senat auch diesmal nachdrücklich fordert. Als "unerfreulich" registriert der Bericht die Entwicklung des Tourismus, der um 17,9% zurückgegangen sei, zurückzuführen u.a. darauf, daß das Staatliche Reisebüro der DDR "aus Kapazitätsgründen" zahlreiche vom DER angemeldete Sonderfahrten nicht genehmigte. Ein "Hauptproblem" im Reise- und Besucherverkehr nennt der Bericht die Einreiseverweigerungen, deren Zahl von 349 im Jahre 1981 auf 833 im letzten Jahrstieg; und in den ersten fünf Monaten dieses Jahres beläuft sich ihre Zahl bereits auf 513. Der Transitverkehr habe sich im Berichtszeitraum "weitestgehend vertragsgemäß abgewickelt"; die Gesamtzahl der Reisenden erhöhte sich 1985 gegenüber 1984 um 8,6 % auf 28,7 Millionen.

Die Stadtbezirksversammlung des neu gebildeten, nunmehr zehnten Ost-Berliner Bezirks Hohenschönhausen wählt auf ihrer konstituierenden Sitzung den 44jährigen Wilfried Franke (SED) zum Bezirksbürgermeister.

1987

Am 65. Jahrestag der Ermordung des Außenministers der Weimarer Republik, Walter Rathenau, legen CDU, SPD und F.D.P.je einen Kranz an dem Gedenkstein in derKoenigsallee an derEcke mit derWallot-und derGodenerStraße nieder, wo Rechtsradikale auf den im offenen Auto Sitzenden das Attentat verübten. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Galinski, bedauert, daß die demokratischen Parteien dabei zu keiner gemeinsamen Veranstaltung imstande waren.

1987

Erstmals seit dem Mauerbau 1961 kann die Ev. Kirche Berlin-Brandenburg in Ost-Berlin unter dem Motto "... und ich will bei Euch wohnen" wieder einen Kirchentag veranstalten, der aber Mitgliedern aus anderen Landeskirchen offensteht. Statt der ursprünglich erwarteten 1000 bis 1100 Dauerteilnehmer registriert man "nur" etwa die Hälfte, darunter 500 ökumenische Gäste aus dem Westen. Kennzeichnend für diesen Kirchentag sind Bibellesungen, konzentrierte Arbeitsgruppenzusammenkünfte und große Gesprächsforen. Die Arbeit in elf Zentren umfaßt alle Bereiche des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens in der DDR. Daneben gibt es ein breites Rahmenprogramm mit über 200 Veranstaltungen in Ost-Berliner Gemeinden aller Konfessionen. So genannte Basisgruppen veranstalten parallel zum offiziellen Programm einen "Kirchentag von unten" mit rund 1200 Teilnehmern, dessen Zentrum die "Pfingstkirche" bildet. Von besonderer Attraktivität erweisen sich sowohl das Forum zum Thema "Neues Denken", an dem die Mediziner Karl Bonhoeffer (Köln) und Horst-Eberhard Richter (Gießen), die SPD-PolitikerErhardEppler und GünterGaus, die frühere Leiterin der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste, Gertrud Gumlich (West-Berlin), sowie der Neurologe Ludwig Drees (Stendal), Propst Heino Falcke (Erfurt) und der Leiter der Ev. Akademie Magdeburg, Hansjochen Tschiche teilnehmen, als auch das von einigen westlichen Rundfunkanstalten übertragene Friedensforum in der völlig überfüllten Marienkirche zum Motto "Gemeinsam verpflichtet zu Frieden, Gerechtigkeit und Erhaltung der Schöpfung", woran sich unter der Leitung des Ost-Berliner Konsistorialpräsidenten Stolpe neben dem Philosophen und Physiker Carl-Friedrich von Weizsäcker, dem ungarischen Bischof Töth, evangelischen und katholischen Kirchenleuten mit der Völkerrechts-Professorin Edith Oeservon der Ost-Berliner Humboldt-Universität auch eine Kommunistin beteiligt. Auf dem "Bischofsforum" in der Immanuelkirche äußern vor allem der Vorsitzende des DDR-Kirchenbundes, Leich, und der Ost-Berliner Bischof Forck ihre Besorgnisse hinsichtlich der Genehmigungspraxis der DDR-Behörden bei West-Reisen, die ein "Zwei-Klassen-Recht" zur Folge haben könnte und Begegnungen zwischen Menschen aus beiden Teilen Berlins und Deutschlands verhindere. Zum Abschlußgottesdienst im Stadion an der "Alten Försterei" in derWuhlheide im Bezirk Köpenick versammeln sich schätzungsweise 3 000 Teilnehmer. Die Predigt hält derDean von Rochester, Arnold,als stellv.VorsitzenderderKonferenz Europäischer Kirchen, Grüße überbringen die Präsidentin des Ev. Kirchentages in der Bundesrepublik, Eleonore von Rotenhan, und der ungarische Bischof Töth für die Ökumene. Für die Organisatoren des Kirchentages, die auf vielfältige Weise Hilfe und Unterstützung der staatlichen Stellen erhielten, gibt Ost-Berlins Oberbürgermeister Krack zum Abschluß einen Empfang im Roten Rathaus.

1988

Bürgermeisterin Laurien sowie die Gattinnen der Regierungschefs der Türkei und der Bundesrepublik, Semra Özal und Hannelore Kohl, eröffnen im Rahmen von "E '88" (vgl. 21. Juni) in der Orangerie des Charlottenburger Schlosses die Ausstellung "Schätze aus dem Topkapi-Serail - Das Zeitalter Süleymans des Prächtigen", die 170 besonders kostbare Stücke - darunter den erstmals außerhalb Istanbuls gezeigten, mit 136 Diamanten besetzten Dolch von Sultan Mahmud I. - in sich vereinigt. Und in der Neuen Nationalgalerie PK erfolgt, ebenfalls im Rahmen von "E '88", die Eröffnung der Ausstellung "Positionen heutiger Kunst", die von sechs Künstlern - Mario Merz, Jannis Kounallis, Richard Serra, Frank Stella, Cy Twombly und Nam June Paik -jeweils 10 bis 15 Werke zeigt, welche "prägenden Einfluß auf die zeitgenössische Kunst ausgeübt" haben.

1989

Im seit Wochen völlig ausverkauften und mit genau 76 391 Zuschauern besetzten Olympia-Stadion kann im 46. DFB-Pokalfinale Borussia Dortmund den letztjährigen Deutschen Meister Werder Bremen mit 4:1 (1:1) bezwingen und sich damit diese Trophäe zum zweiten Male sichern; den Pokal überreicht Bundesinnenminister Schäuble. Das vorausgegangene 9. Finale der Damen gewinnt, zum vierten Mal hintereinander, der TSV Siegen mit 5:1 (3 :0) über den FSV Frankfurt.

1993

In einer koordinierten Aktion greifen militante Kurden in zahlreichen europäischen Städten diplomatische Vertretungen der Türkei und andere türkische Einrichtungen an. In Berlin werden vier türkische Banken überfallen; dabei entsteht erheblicher Sachschaden.

Zwei Tage nach dem Beschluß des Senats, das Schiller- und das Schloßpark-Theater zu schließen, sagt der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Klaus Landowsky, die Schließung des Schiller-Theaters müsse noch einmal überdacht werden. (Vgl. 22. Juni.) Die SPD-Fraktionsführung hingegen erklärt, das vom Senat geknüpfte Sparpaket dürfe an keinem Punkt wieder aufgeknüpft werden.
   Der Senator für Kulturelle Angelegenheiten, Ulrich Roloff-Momin, rechtfertigt die Entscheidung zur Schließung des Schiller-Theaters. Es sei "eine notwendige Strukturentscheidung, die zugunsten der fortbestehenden reichen Berliner Kulturlandschaft genau zum notwendigen Zeitpunkt ihre finanzielle Wirkung entfaltet". Wer Berlin an Idealen und Möglichkeiten von gestern messe, müsse diese Stadt auch in den Stand versetzen, sich so zu verhalten. Berlin habe die Folgen der Wiedervereinigung zum größten Teil aus eigener Kraft zu bewältigen, die Hilfe des Bundes werde aber immer geringer.
   Roloff-Momin stellt am 25. Juni der Direktion der Staatlichen Schauspielbühnen die Anweisung zur Schließung des Schiller- und des Schloßpark-Theaters zu. Danach hat der Spielbetrieb am 4. Juli zu enden.

Der anglikanische Erzbischof von Kapstadt und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu nimmt die Ehrendoktorwürde der Kirchlichen Hochschule in Berlin-Zehlendorf entgegen. Mit der Ehrung will die Hochschule die Verdienste Tutus um die Stärkung der theologischen Ausbildung in Afrika und seinen Kampf gegen die Apartheid würdigen.

1994

Das mehrheitlich zum Axel Springer Verlag gehörende "Spandauer Volksblatt" erscheint zum letzten Mal als Wochenzeitung. Der traditionsreiche Titel "Spandauer Volksblatt" soll vom Anzeigenblatt "Spandauer Anzeiger" übernommen werden.
   Die Entscheidung wurde am Vortag vom herausgebenden Erich Lezinsky Verlag mit den "Auswirkungen des extremen Verdrängungswettbewerbes im Leser- und Anzeigenmarkt Berlin" begründet.

1995

Das 52. DFB-Pokalfinale im mit rund 76 000 Zuschauern ausverkauften Olympia-Stadon in Berlin-Charlottenburg gewinnt Borussia Mönchengladbach mit 3 : 0 gegen VfL Wolfsburg. Bundespräsident Roman Herzog überreicht den Pokal.

1999

Auf dem alten Schultheiss-Areal am Kreuzberg wird der Grundstein für das sogenannte Viktoria-Quartier gelegt. 330 Wohnungen sowie zahlreiche Läden, Büros und Gewerbeflächen sollen auf dem 55 000 Quadratmeter großen Gelände entstehen. Kulturelles Zentrum des Quartiers wird die Berlinische Galerie sein.

2000

Mit einer Rekordbeteiligung von rund 500 000 Menschen wird der Christopher-Street-Day in Berlin gefeiert. Unter dem Motto "Unsere Vielfalt zieht an" bewegt sich ein bunter Zug vom Kurfürstendamm bis zur Siegessäule im Bezirk Tiergarten, wo eine Abschlussfeier stattfindet. Da die Bundesregierung sich auf einen Gesetzentwurf zur rechtlichen Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften mit Ehen verständigt hat, gleicht die traditionelle Protestveranstaltung der Homosexuellen in diesem Jahr einer Siegesfeier.

2003

Mit einem Festakt wird im Beisein von Kulturstaatsministerin Christina Weiss und Bundesbauminister Manfred Stolpe der offizielle Beginn des Wiederaufbaus des Neuen Museums auf der Museumsinsel in Mitte gefeiert. Für mehr als 230 Millionen Euro soll der nach Plänen von Friedrich August Stüler (1800-1865) errichtete, im Zweiten Weltkrieg schwer in Mitleidenschaft gezogene Bau bis 2009 nach Plänen David Chipperfields saniert, restauriert und behutsam ergänzt werden.
   Unter dem Motto "Ein letzter Blick" gibt es vom 25. Juni bis zum 1. Juli dreimal täglich Führungen durch das Haus.

2008

Die Hilfsorganisation CARE überreicht im Säulensaal des Berliner Rathauses dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit das erste "Rosinenbomberbrot". Im Jahr des 60. Jubiläums der Berliner Luftbrücke (vgl. 27. Juni) erinnert die Hilfsorganisation, die die Berlinerinnen und Berliner in der Nachkriegszeit mit ihren CARE-Paketen belieferte, an ihr damaliges Engagement, will aber auch auf ihre heutige Arbeit aufmerksam machen. Die Brote, benannt nach den "Rosinenbombern", die die abgeschnittene Stadt über die Luftbrücke versorgten, sollen in zahlreichen Berliner Bäckereien verkauft werden. Pro Brot gehen 20 Cent an CARE zur Unterstützung aktueller Hilfsprojekte.

2012

Im Alter von 74 Jahren stirbt in Berlin der Rechtswissenschaftler und CDU-Politiker Dieter Heckelmann, der von 1983 bis 1991 Präsident der Freien Universität Berlin und von 1991 bis 1996 Innensenator war. Seine letzte Ruhe findet Heckelmann auf dem Waldfriedhof Dahlem. 4. Juli Zum 25. Jubiläum der Ausstellung »Topographie des Terrors« am Martin-Gropius-Bau in Kreuzberg findet eine Feierstunde statt. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit erklärt vorab: »Das Wissen über das braune Unrechtsregime, über den Unterdrückungsapparat der Diktatur und über die Mordmaschinerie des nationalsozialistischen Regimes muss immer wieder an die junge Generation weitergegeben werden. Diese Notwendigkeit erweist sich in besonderer Brisanz vor dem aktuellen Hintergrund des in mancher Hinsicht skandalösen Umgangs mit der neonazistischen Zwickauer Terrorgruppe. Kenntnis und Anschauung der deutschen Vergangenheit sind der Schlüssel zur Wertschätzung von Freiheit, Demokratie und Toleranz. An Orten wie der Topographie des Terrors werden wir daran erinnert, dass Demokratie täglich von neuem verteidigt werden muss.« Dieser Aufgabe hätten sich die Organisatoren und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ausstellung am Standort der Zentralen der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), der SS und des Reichssicherheitshauptamts seit 25 Jahren gestellt, so Wowereit. »800 000 Menschen haben 2011 die Ausstellung besucht. Das zeigt den Erfolg und zugleich die Notwendigkeit dieser Dokumentation des Terrors. Das Jubiläum ist ein guter Anlass, dafür zu danken. Allen Beteiligten und insbesondere Direktor Andreas Nachama wünsche ich auch für die Zukunft weiterhin viele Gäste und viel Erfolg.«

2015

Die Sportler der Wasserfreunde Spandau werden vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller im Berliner Rathaus empfangen und tragen sich in das Gästebuch von Berlin ein. Müller: »Berlin ist stolz auf eine Mannschaft, die seit Jahrzehnten den deutschen Wasserballsport dominiert. Mit der Erringung der 34. Deutschen Meisterschaft, dem Gewinn des Pokals und des Supercups hat das Team in dieser Saison erneut Maßstäbe gesetzt. Mein Glückwunsch und mein Dank gelten einem besonders erfolgreichen Team, aber auch dem Trainer, der Vereinsführung und den Fans.«


Zitierform: Berlin - Chronik. Online-Version : Hrsg. vom Landesarchiv Berlin. - URL: http://www.berlin-chronik.de (Stand: 24.06.2017)